Druckschrift 
9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Sivbrnkes Kaxilrl.

Tie messianische Schwärmerei, die Marranen und die Jnc>nisition.

Innerer Zustand der Inden; Synagogenritus und Predigtweise. Elia Kapjaliund die griechische Haftara. Zersplitterung in Gemeindeparzellen undZerfahrenheit. Dürre und Poesielosigkeit. Jnteressenahme an Geschichte.Achtung philosophischer Forschung. Leon Medigos OinIoKln ä'amore.Die Herrschaft der Kabbala. Mechanische Berechnungen und Erwartung.Lämmlein und das mechanische Bubjahr. Die spanischen Marranen unddie Inquisition; Luceros Mordtaten. Die portugiesiichen Marranen; Ge-metzel in Lissabon; der Marrane Mascarenhas. Joäo III. Schliche gegendie Marranen. Henrique Sinnes (Firme Fes) Spionage und Tod. Schrittezur Einführung der Inquisition und plötzliches Einstellen derselbe».Der Abenteurer David Neubeni in Rom und Portugal von Joao III. mitAuszeichnung behandelt. Mechanische Verzückungen unter den Marranen.

(1500 bis 1525.)

Es ist erstaunlich und doch wieder leicht erklärlich, daß die hochwvgendeBewegung, die krampfhafte Erschütterung in dem ersten Viertel dessechzehnten Jahrhunderts, welche die christliche Welt aus den Angelngehoben, die Juden innerlich kaum berührt haben. Während in derChristenheit eine durchgreifende Veränderung in Denkweise, Sitte,Studiengang und selbst in Sprache vorging, das Alte, Überkommenehier abgelegt und verworfen und dort frisch aufgeputzt wurde, damites wie neu aussühe, mit einem Worte, während sich eine neue Zeit-epoche herausarbeitete, blieb bei den Juden alles beim alten. Eskam daher, daß sie bis dahin kein eigentliches Mittelalter hatten, darumbrauchte für sie auch keine neue Zeit anzubrechen. Sie bedurften keinerWiedergeburt, brauchten nicht den unzüchtigen Lebenswandel ab-zustellen, den Krebsschaden sittlicher Fäulnis zu heilen, dem Übermutund der Raubsucht ihrer geistlichen Führer einen Damm entgegen-zusetzen. Sie hatten nicht so viel alten Wust wegzuräumen. Damitsoll aber nicht gesagt sein, daß innerhalb der Judenheit alles lauterGlanz war. Die erhebenden und versittlichenden Gedanken des Juden-