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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Bibelübersetzungen.

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fachheit und ungekünstelte Lebensverhältnisse beigebracht. Bald wurdedie Bibel in andere europäische Sprachen übertragen, und die Katholikenselbst waren genötigt, von dem päpstlichen Verbote abzugehen, siedem Volke in verständlicher Sprache zu übergeben, bedienten sich aberaus Unkenntnis und Unehrlichkeit dabei der Lutherischen Übersetzung^)Auch die Juden fühlten das Bedürfnis nach der heiligen Schrift in derLandessprache. Diesen: half der unermüdliche Elia Levita teilweiseab, der eine deutsche Übersetzung der Psalmen in Konstanz auf seinerRückreise von Jsnh nach Venedig anfertigte.?) Eine spanische Über-setzung besorgte ein aus Portugal entkommener Marrane Dnartede Pinelin Ferrara, der sich als Jude Abraham Usque nanntet)Die Nachfrage nach hebräischen Bibeln war so bedeutend, daßDaniel Bömberg das großartige Werk unternahin, das alte Testamentmit den Kommentarien von Raschi, Jbn Esrn, Kimchi, Gersonidesund anderen zu drucken, zugleich mit einer ausführlichen Masora?)dessen korrekte Herstellung eurem Kenner, Jakob ben Chajim,anvertraut wurde, der in seiner Vorrede sich sehr jüdisch-rechtgläubiggeberdete und später doch zum Christentum überging?) Der Absatzder umfangreichen rabbinischen Bibel war so groß, daß immer neueAuflagen davon erschienen.

h Der Katholik Einser in Dresden edierte ein Plagiat der lutherischenÜbersetzung 1527; der Dominikaner Dietenberger in Mainz 1534; derStreithahn vr. Eck selbst mit heuchlerischem Bedauern, daß das kanonische Ge-setz vom Ausschluß der Bibel für die Laien nicht aufrecht erhalten werden könne,übersetzte die Bibel 1537. In englische Sprache wurde die Bibel übersetzt1535 von Tyndal und Coverdal, und in französische Sprache in dem-selben Jahre von Pierre Robert Olivetau. Über die polnische Ver-dolmetschung der Bibel vergl. weiter unten.

2) Er übersetzte die Psalmen in deutsche Sprache. Die Übersetzung desPentateuch stammt nicht von ihm.

2) Vergl. Note 7 II.

'9 Libtia RndbllliLN LombsrZlana. zuerst 15l7, dann 1526,

1548, vergl. Wolf II S. 366 ff.

H Vergl. darüber Luzzatto in Orar dleobmacl III p. II2f. Jakob, b.Chajim muß also schon vor 1538 zum Christentum übergetreten sein, da Levitadas Faktum schon in Massoret, in diesem Jahre erschienen, andeutet.