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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Elia Levita und Justiniaui.

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Truckerei für das Hebräische, und gerade jener Beichtvater des KönigsLudwig, G u i l l a u m e H a q u i n e t P e t i t, dessen Ohrenbläsereidie Verdammung der Reuchlinschen Schrift durchgesetzt hatte (v. S. 143),dieser Dominikaner selbst trat als Förderer der hebräischen Literatur auf.

Auf seinen Antrag ließ der König Franz I. den in hebräischeLiteratur eingelesenenBischof von Korsika, A n g u st i n I u st i n i a n i,nach Frankreich kommen. Dieser junge König, der zuerst den ritterlichenCharakter der französischen Fürsten hervorkehrte und aus Feindseligkeitgegen das Haus Österreich mit den ungläubigen Türken liebäugelte,hatte oder zeigte wenigstens seinem Vorgänger unähnlich Interessefür die Hebung der Studien und auch des Hebräischen. Er ließ EliaLevita einladen, nach Frankreich zu kommen, um dort den Lehrstuhlder hebräischen Sprache einzunehmenJ) wahrscheinlich auf Antrag seinesVerehrers de Selbe. Man muß erwägen, was das damals be-deutet hat. Im eigentlichen Frankreich durfte seit mehr als einemJahrhundert kein Jude wohnen oder auch nur weilen, und nun wurdeein Jude berufen, nicht bloß dort seinen Aufenthalt zu nehmen, sonderneine Ehrenstellung einzunehmen und Christen Unterricht zu erteilen.Welcher Umschwung! Elia Levita schlug jedoch diesen zuvorkommendenAntrag ans; er hätte sich als einziger Jude dort nicht behaglich fühlenund die Zulassung der Juden in Frankreich nebenbei zu betreiben,dazu war er nicht der Mann. Justiniaui übernahm dafür die Aufgabe,die Kenntnis des Hebräischen in Frankreich anzubahnen. Er hattesich diese wahrscheinlich unter Anleitung des vielseitigen jüdischen ArztesJakob Mantin angeeignet. Auf der Universität zu Rheims fingen unterihm die französischen Studenten an, Hebräisch zu radebrechen. Da esaber an Exemplaren mangelte, so ließ Justiniaui die schlechte hebräischeGrammatik von Mose Kimchi drucken.?) Was noch merkwürdiger ist,in Paris, wo 300 Jahre vorher die jüdischen Stockorthodoxen mit Hilfeder Dominikaner Maimunis religionsphilosophisches Werk,Führerder Irrenden", verbrannt hatten, ließ der Dominikaner Justiniaui einelateinische Übersetzung desselben drucken (1520) und wälzte die Schuldder ehemaligen Verketzerung auf die Juden. Bei dieser gedrucktenÜbersetzung, welche nach einer älteren bearbeitet ist, hat entschiedenJakob Mautin geholfen; der Bischof von Korsika gab sie aber stillschweigendals seine eigene Arbeit heraus?) Auch Levitas umfangreiches Werküber die biblische Orthographie (Nasoru), welches sein Jünger, derBischof von Lavaure, auf seine Kosten druckfertig machen ließ, sollte inParis gedruckt werden, wahrscheinlich auf desselben Betrieb, ist aber

U Einleit, zu Levitas Tisebdi.

H Vergl. darüber Wvlf, Libliotbsea. II x. 44V ff.

b) Das. II1 1 >. 68V, vergl. Perlcs' Monatsschr. 1875 S. lv.

Graek, Geschichte der Juden. IX. 1Z