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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

von Esra eingeführt worden seien, stellte er die Behauptung auf,diese Zeichen seien jung und nicht einmal in der talmudischen Zeitbekannt gewesen, weil sie bei dem vollen Leben der Sprache entbehrlichwaren?) Man kann sich denken, welchen Sturm diese Meinung gegenihn erhoben hat. Sie warf mit einem Schlage die festgewurzelteAnsicht um. Die Stockfrommen erhoben ein Zetergeschrei gegen ihn,als hätte er mit seiner Behauptung das ganze Judentum geleugnet.Elia Levita war daher bei seinen Glaubensgenossen wenig beliebtund hielt sich inehr zum christlichen Gelehrtenkreise, was ihm nichtweniger Tadel von den Stockfrommen zuzog und auch Folgen für seineNachkommen hatte.

Übrigens war er nicht der einzige Lehrer der hebräischen Spracheund Literatur für Christen?) Wie vor ihm Obadja Sforno Reuchlinim Hebräischen Unterricht erteilt hatte, so tat es gleichzeitig mit LevitaJakob Manti n und auch A braham de Balmes, Arztund Sprachkundiger. Dieser behandelte die Erscheinungen der hebrä-ischen Sprache philosophisch, ging tiefer ans die Bildungen und Formenein, um in der scheinbaren Willkür und Zufälligkeit das Gesetz des Not-wendigen zu finden. Balmes' Werk hatte aber weniger Gunst alsdie-Elia Levitaschen Schriften gefunden, weil es tiefer und daherschwerfälliger gehalten ist und sich in Widerlegungen des KimchischenSystems einlüßt.

Es entstand überhaupt eine förmliche Schwärmerei für diehebräische Sprache in der Christenheit. Die Trucker rechneten so sehrauf guten Absatz, daß in mehreren Städten Italiens und Deutschlandsältere oder jüngere hebräische grammatische Schriften verlegt wurden,auch da, wo keine Juden wohnten. Alle Welt wollte Hebräisch lernen,das hebräische Sprachgut und Schrifttum verstehen. Wenige Jahrevorher galt den Vertretern der Kirche die Kenntnis des Hebräischen alsLuxus oder gar als ein verderbliches Übel, an Ketzerei streifend,durch die Reformatian dagegen wurde es unter die notwendigen Fächerder Gvttesgelehrtheit eingereiht. Luther selbst lernte Hebräisch, umgründlicher in den Sinn der Bibel eindringen zu können.

Am auffallendsten zeigte sich dieser Umschwung der Gesinnungin Frankreich. Die tonangebende Pariser Universität hatte in derMehrzahl ihrer Mitglieder Reuchlins Augenspiegel zugunsten desTalmud und der hebräischen Studien zum Feuer verurteilt so. S. 144).Kaum sechs Jahre später entstanden daselbst ein Lehrstuhl und eine

U Ausführlich in Levitas Einleitung zu Massoret.

-) Elia Levita bemerkt zu seiner Verteidigung in der reimprosaischen Einl.das.: 27 W . . 2'w 2-w: 27 W Ulli: 2'U >12^ . . . 1WIV 2>!vm

2'NLNI L-orn 2.-!2 2W211. Unter den Ärzten ist wohl Jakob Mantin zu ver-stehen, welcher mit Justiniani in Verbindung stand.