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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Zunehmende Pflege der hebrüischen Sprache.

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Neustadt bei Nürnberg um 1469, gest. 1549)?) Tiefer arme Mann,der um das tägliche Brot zu kämpfen hatte, hat den Grund zur Kenntnisder hebräischen Sprache gelegt. Die Plünderung Paduas führte ihnüber Venedig nach Rom, wo ihn, wie schon erzählt, der Kardinal Egidiode Viterbo zum Behufe grammatischer und kabbalistischer Studienins Haus genommen und ihm. mit seiner Familie mehr als zehn Jahreden Lebensunterhalt gewährt hatte. Aber nicht bloß dieser Kirchen-fürst, sondern auch andere hochgestellte Christen saßen zu LevitasFüßen: George de Selve, Bischof von Lavaure, französischerGesandter, ebenso gelehrt wie staatsklug,2) und andere. Gegen denBorwurf, den ihn: ttbersromme Rabbiner deswegen machten, verteidigtesich Levita mit der Bemerkung, daß seine christlichen Jünger durchwegFreunde der Juden wären und deren Wohl zu befördern suchten.Auch lehre er sie doch nur harmlose hebräische Sprachkunde, ohne siein das tiefere Verständnis der hebräischen und jüdischen Literatureinzuweihen eine Entschuldigung, die nicht ganz auf Wahrheitberuhte. Auf Veranlassung seines Gönners Egidio bearbeitete erTeile der hebräischen Grammatik in hebräischer Sprache, die meistensvon Renchlins Jünger SebastianM ü n st e r ins Lateinische über-setzt wurden. Elia Levita hatte keinen besonders tiefen Geist, hat auchim hebräischen Sprachbau keine wichtige Entdeckung gemacht, er folgtefast sklavisch dein grammatischen System der Kimchiden, weil er diebessern Vorgänger nicht kannte. Die Brauchbarkeit seiner Lehrbücherbestand lediglich darin, daß ihn: das ganze biblische Sprachgnt zu Gebotestand ilnd er Lehrgeschicklichkeit und faßliche Darstellungsgabe besaß.Über die Elemente ging er zwar nicht hinaus, aber diese genügten voll-kommen dem damaligen Bedürfnisse. Nur mit einer einzigen Be-merkung hat Levita Bahn gebrochen. Gegen den festen Glauben derdamaligen Zeit, daß die hebräischen Vokalzeichen uralt, womöglichvom Sinai zugleich mit dem Gesetzbuchs geoffenbart oder mindestens

y Bergt, außer den Angaben bei den Bibliographen Bartolocci, Wolf undde Rosst, die Biographie Levitas von Wunderbar, Orient. Litbl. 1848 Nr. 4bis 6 und S. Buber, eine hebr. geschriebene Biographie, Leipzig 1856. Dr. I. Levi,Elia Levita 1888. Der Widerspruch in Levitas Angaben, einmal, daß er inEgidios Haus 10 Jahre geweilt (Einl. zu Massoret): n>.n lem

und ein andermal von dreizehn Jahrein>"5n 82 .mir .nnr'p wp mivp mrn (Einl. zu dieser

Widerspruch, der seine Biographen stutzig machte, läßt sich dahin lösen, daßEgidio mehrere Jahre von Rom abwesend war, wie ans Renchlins Briefen inFrredländersBeiträge zur Reformationsgeschichte" S. 79, 89 hervorgeht.Levita war in Egidios Haus in Nom 10 Jahre und in seiner Nähe außer-halb Roms noch 3 Jahre.

") Bergl. darüber die Notizen von Frensdorf in Frankels Monatsschrift1863, S. 97 ff.