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Geschichte der Juden.
Sadolet von Carpentras) die veränderte Zeitströmuug, deren Wandlunger selbst erlebte, und sprach es mit Unmut aus: „Ich behaupte nicht,daß alles nach der alten Strenge und Herbigkeit eingerichtet werdenmüßte (die Juden zu verfolgen). Ich sehe nämlich wohl ein, daß dasden Zeiten entgegen ist. Unsere Sitten können nicht das dulden,was inehr Göttliches als Menschliches zeigt."H — SchwärmerischeGemüter unter den Juden knüpften daher an diesen unerwartetenUmschwung und namentlich an die Erschütterungen, welche das Papst-tum und der abgöttische Reliquien- und Bilderdienst erfuhren, diekühnsten Hoffnungen von dem baldigen Untergange Roms und demHerannahen der messianischen Zeit der Erlösung.
Aber viel mehr als der jüdische Stamm gewann die jüdische Lehredurch die Reformation. Bis dahin wenig beachtet, kam sie in derersten Zeit der Reformation gewissermaßen in Mode. Reuchlin hattenur den bescheidenen frommen Wunsch ausgesprochen, daß an denwenigen deutschen Universitäten auf einige Zeit Lehrer der hebräischenSprache angestellt werden sollten (o. S. 96). Durch seinen Eifer fürdiese Sprache (er hatte auch eine Schrift über die hebräischen Akzenteund Prosodie veröffentlicht)^ und durch die zunehmende Einsicht,daß die Bibel ohne diese Kenntnis ein verschlossenes Buch bleibt,suchten Fürsten und Universitäten förmlich nach Lehrern derselben underrichteten Lehrstühle für die hebräische Sprache nicht nur in Deutsch-land und Italien, sondern auch in Frankreich und Polen. Die leichte,lachende klassische Muse, welche die Herzen von den kirchlichen Formenabgezogen hatte, wurde immer mehr vernachlässigt und dafür die ernstehebräische Matrone hervorgesucht. Jünglinge und Männer scheutenes nicht, sich um Juden zu scharen, von denen sie die hebräische Spracheerlernen konnten. Es entstand dadurch ein gemütliches Verhältniszwischen jüdischen Meistern und christlichen Jüngern — allerdingszum gräulichen Ärger der Stockfrommen auf beiden Seiten; manchesVorurteil wurde dadurch beseitigt. Der Hauptlehrer der Christen warder Grammatiker von deutscher Abkunft Elia Le Vita (geb. in
r) 8slloleti epistolss XVI, Nr. 17 vom Juli 1540. tzuill sst, quollisti (ksntoree lluässornm) ts.iv llitiAsnter sxqnirunt msls jnrs .Inllseis,qni in 6bristisni8 oxtims (fürs) psrllits et protliZ'sts pstiuutur? Xsqustswen is SAv snm, qni sll sntiqnsm illsm ooMinevtism 8sveri88imsmreälAi omnis eontsnäsin opportere; plsus sniin intsIIiAv !>oe eontrs-lium S88S tsmpvribns, vso ksells inors8 no8tros P 088 S xsti ill quolllllu8 llivini qnsin Iminsni eoutinest. . . 8ell tsmeu K8t mollu8 omnibu»in rebu8. . . 8i 8it llsullum sliquill llullssm, ssinpsr its lletur, ut ns spertsObrivtisnornm eominolls oppnKnemns.
S. Note 5. Das Anagramm des Joseph von Arli.
o) Os seoentibrm et ortkotz-rsplns linAnss Osbrsiese, Hagenau 1518.