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Geschichte der Juden.
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wörtlich gemacht und ivegen Ungehorsams bestraft werden sollte. DerBischof war feige genug, der kaiserlichen Regierung gegenüber allesgegen die Juden Gesprochene und Getane zu widerrufen und dieBulle auszuliefern.Z Hubmaier selbst erhielt nur die Freiheit, nachRegensburg zurückzukehren, unter der Bedingung, nicht gegen dieJuden zu predigen.?) Desto verbissener wurde die Geistlichkeit undnamentlich Hubmaier gegen sie, und auch die Bürgerschaft wandteallerhand Quälereien gegen sie an, um sie mürbe zu machen. Dieunschuldigsten Dinge wurden ihnen als schwere Verbrechen angedichtet.Unter anderem wurde ihnen vorgeworfen, daß sie sich im ganzenungebührlich betragen, in geteilten Kleidern, wie die Landsknechte, mitschönen Baretten, samtenen Wämsern, nicht selten auf hohen Pferden,mit Armbrüsten, Spießen und Hellebarden ein- und auszögen, welcheVerbrechen die Prediger von der Kanzel öfter gerügt hatten.Daskonnte höchstens in der Judengasse geschehen sein; denn sowie ein Judein dem christlichen Stadtteil ohne Abzeichen an seiner Kleidung be-troffen wurde, verfiel er sofort in schwere Strafe. Sv schleppten sichKlagen und Gegenklagen eine Zeitlang hin, bis der Tod des KaisersMaximilian eine allerdings für die Juden unglückliche Entscheidungherbeiführte.
Zur Beschleunigung des Unglücks kamen noch Entzweiung inner-halb der bisher einigen Gemeinde und Verräterei hinzu. Von aus-wärts war nämlich eine reiche Familie namens Wolf eingezogcn,deren Haupt namens Moses von Ehrgeiz besessen war, eine Rolle zuspielen, d. h. in den Vorstand gewählt zu werden. Da aber die erbein-gesesseneu Gemeindeglieder fremde Zuzügler von den Ämtern auszu-schließen pflegten, so suchte Moses Rache an den Vorstehern zu nehmenund verleumdete sie beim kaiserlichen Hauptmann Korbek, siehätten ihn mit dem Erzjudenfeinde Haman auf eine Linie gestellt.Dieser ließ die Vorsteher in Haft bringen, und dadurch entstandenhäßliche Reibungen und gegenseitige Angebereien in der Gemeinde.Zu den Angebern gehörte auch der Sohn des Rabbiners JakobMargoles, der, wegen seiner Schlechtigkeit geächtet, zum Katho-lizismus unter dem Namen Anton Margaritha übertrat undein krauses, lügenhaftes Buch drucken ließ, nur Juden und Judentumzu verlästern.
Sobald der KaiserMaximilian die Augen geschlossen hatte(12. Januar1519), eilten die Regensburger Abgeordneten, welche in Innsbruck ander Ausweisung der Juden gearbeitet hatten, sofort nach der Heimat,
*1 Vom Sept. 1518. Bei Gemeiner a. a. O. S. 337.?) Das. S. 318.
°) Dass. a. a O. S. 337 ff.