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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
Entstehung
Seite
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Pfefferkorns letzte Schinähschrift.

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widmete sie dem jungen Kaiser Karl. Obwohl man bei ihm auf Gemein-heiten aller Art gefaßt ist, so überrascht doch die zügellose Unverschämt-heit dieses Pamphlets in Wort und Bild. Reuchlin erscheint darin anseinem beigegebenen Bilde gevierteilt und gehängt mit einigen scheuß-lichen Versen:

Du henkst allda mit Fuß und Hand";der Kehrvers lautet:

Da liegt der Hase nu Kote."

Reuchlin hätte verdient, heißt es darin, ivie ein Gottesverüchter invier Teile zerstückelt und an alle kaiserliche Straßen gehenkt zu werden.*)Man erkennt daraus, was Reuchlin, den Humanisten und ihren Schütz-lingen, den Juden, widerfahren wäre, hätte diese Rotte gesiegt. Pfeffer-korns Schmähschrift behandelt den würdigen Greis, der bereits an denPfortei: des Grabes stand, ivie eilten verworfenen Menschen, wie einenBuben. Er nennt ihn einenMünzmeister der Bosheit", eiltenSchul-meister der Lügen", eiltenLästerer der heiligen Kirche", einenFäl-scher der heiligen Schriften", einenBetrüger und Verführer des christ-lichen Volks", eiltenPatron der treulosen Juden", auchDoktorHolzlöffel, Sanlöffel". In Sodom lind Gomorrha sei nicht ein solcherÜbeltäter wie Reuchlin gewesen. Der junge Kaiser sollte dadurchgegeit Reuchlin und die Juden gehetzt werden. Die Schmähschrift hebtferner hervor, welche Irrungen und Ketzereien durch Reuchlin überhandgenommen, und daß die falschen treulosen Juden und andere Un-gläubige dadurch in ihrem Übel bestärkt worden seien. Einige Probengenügen, die Frechheit dieser Schrift zu charakterisieren.Du meinst,man habe jetzt mit Martinns Luther zu schaffen und zu schicken, daßman Deiner svll vergessen. Reuchlin, ich sage Dir, und glaub mir das,Deiner wird nicht vergessen." Die ganze Schrift ist voll von denniedrigsten Beschimpfungen und Lügen. Sie wiederholt alle früherenAnklagen und den Widerspruch, den sich Reuchlin in betreff der Indenhat zu schulden kommen lassen, streicht ihm abermals all, daß er garkein Hebräisch verstände, sondern sich von einem gelehrten Juden helfenließe, 2 ) und daß er sich von den Juden für deren Verteidigung habe1000 Dukaten zahlen lassend) Nur einmal spricht sie ein wahres Wort:Hätte es Dir (Reuchlin) der Papst vor acht Jahren getan (den Augen-spiegel zu verdammen), so hätte Martin Luther und Deine jüngerenobsonroram viroruin nicht dürfen wünschen, noch gedenken, was siejetzt zum Nachteil des christlichen Glaubens öffentlich treiben. Undalles dessen bist Du ein Funken und Aufrührer, die heilige Kirche in

*) Mitleidig Klag, Bl. L.h Das. Bl. U. 4. °) Tai. Bl. U. 2 b.

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