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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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178 Geschichte der Juden. ^

gelassen, in vielen heruntergerissen, und der Überbringer derselben, derTrunkenbold vr. E ck aus Ingolstadt, eine gleich dem LegatenCajetan besonders verhaßte Kreatur, entging kaum der Todes-gefahr. Die Folge davon war, daß Luther durch öffentliches Ver-brennen der Bulle (10. Dezember 1520) sich vollständig vom Papsttumlossagte. Der förmliche Bruch zwischen dem Katholizismus und der inGärung begriffenen neuen Kirche, welche noch keinen festen Namenhatte, datiert von diesen: Tage an. So erschüttert war bereits dasAnsehen des Papsttums in der öffentlichen Meinung, daß die zun:Reichstag von Worms versammelten Fürsten den bereits von: Papsteals Ketzer verurteilten, und den: Feuertods verfallenen Reformatorvon Wittenberg einlnden, seine Gründe geltend zu machen. In allenStädten, die er durchzog, wurde er wie ein Triumphator gefeiert. AnDemonstrationen und Adressen fehlte es ihn: nicht. Es war aber einWerk der Vorsehung, daß der junge Kaiser Karl V., der Beschützerder die Scheiterhaufen unterhaltenden Dominikaner in Spanien, derdie Neuerungen gern mit Stnmpf und Stiel ausgerottet hätte, sichihrer bedienen mußte, um den: Papste auf politischen: Brette Schachzu bieten; sonst hätte Luther damals schwerlich außer Hutten undeinigen Rittern Arme gefunden, ihn zu verteidigen. Es war eineaußerordentlich günstige Lage, daß die Reformation nach den: Herzender Deutschen anfangs mit den: Worte durchgekämpft werdenkonnte?) Aber daß das Wort damals wie eine Waffe oder wie einMauerbrecher wirken konnte, das hat Pfefferkorns und der Domini-kaner erbitterter Krieg gegen den Talmud veranlaßt.

Dieser Wicht war in den: Weltbrande, den er mit einen: Zünd-hölzchen angesteckt hatte, vollständig verschollen. Das behagte ihmaber nicht, er wollte sich daher durch eine neue Frechheit in Erinnerungbringen. Er war noch immer ein Schützling der Kölner Dominikaner deren Prior Hochstraten wieder in seine Würde eingesetzt warund hatte noch immer eine Spitalmeisterstelle; ein bereits erwachsenerSohn, der sich den: geistlichen Stand gewidmet hatte, stand ihn: zurSeite. Entweder auf Anreizung seiner Gönner oder aus eignen: An-triebe, um von seinen Kindern die durch ihn auch auf sie gefalleneBrandnmrkuug abzuwenden, schleuderte er nach fünfjähriger Pauseeine neue Schinähschrift gegen Reuchliu in die Welt-) unter'^den: TitelEine mitleidige Klage über a l l eli K lsa g e n"^ und

st Bezeichnend für den deutschen Geist ist Luthers Äußerung in einemSchreiben an Spalatin vom 10. Jan. 1521 in seinen Briefen. de Wette 1.S. 54S. (jaick Hattsnas xstat, vickes. dtollsm vi st enecks pro svanKsIioesrtari. Ita ssrips: ack Iiomineni: Vsrbo vletas est Manilas, vsrboservatn sst seelssiu, stiaia vsrbo rsparabitar.

st Gedruckt 21. März 1521. Bergt. Note 2.