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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

Von dem Wahne des Grafen Pico de Mirando 1 a be-fangen, daß die Kabbala das Christentum lehre und bestätige, machtesich Paul Ricio auch daran und übersetzte etwas ans einem Werke desJoseph Gicatilla (L i ch t p f o r t e), oder vielmehr inachte er in seinernachlässigen Art Auszüge daraus und widmete sie dem Kaiser Maxi-milian.i) Überhaupt haben sich damals getaufte Inden förmlich daraufgeworfen, aus kabbalistischen Schriften das Christentum zu verherr-lichen, und wenn sie solche nicht nach Wunsch fanden, so erfanden siesie. Wie Paulus de Heredia (Bd. VIII, S. 224) schrieben in dieserZeit getaufte spanische Juden inan sagt ein ganzer Verein vonzwölf Mitgliedern, darunter Vidal de Saragossa de Ara-gon und ein Davila eine ganze Sammlung erlogener Schriften

') Die Übersetzung der portae iueis Radi äosepbi Oastilieusiserstreckt sich nur auf die Einleitung und einen Teil der nun wie Wolf

bemerkt hat III, >>. 392. Sie ist wohl zuerst Augsburg 1516 erschienen.Reuchlin erhielt diese Übersetzung erst auf besonderes Verlangen im Augustdieses Jahres von dessen Sohn Hieronymus Ricius zugeschickt, wie ausdessen Brief II, Nr. 58 hervorgeht: Ostsrnin, gnam kantapsrs sxoptas, Ror-t,am Inois iibellniv, tibi . . . initto st inunsrs kraäo. Im dritten Bucheäs arte Labbalistica, wo Reuchlin lange Auszüge daraus machte, sagt erdeutlich an mehreren Stellen, daß dieses die einzige Quelle für seine Arbeitgewesen ist (vergl. eck. Frankfurt a. M. p. 735): gnas tasiis unne ... äslibro dabbalistiso ooinxsnäii portas Imeis, gusm R. Riems . . . sxRabbi gnonäam Oastiiisnsi eollsKit et äs IsaAvgis, gnas sorigsit in Oab-balam äiseers xotestis. (Diese Stelle ist merkwürdigerweise in Picos Lgw-lvKia III, p. 735 hinein interpoliert worden, und daraus haben einige, auchder Bibliograph Wolf, fälschlich angenommen, Pico habe aus Ricius geschöpft,während Reuchlin und Galatinus öfter den Grafen Mirandola als erstenKabbalisten unter den Christen aufstellen). Eigen ist es, daß Reuchlin denJoseph Castiliensis, Vers, von niw durchweg unterscheidet von Josepht'ilius Larnitolns (d. h. öfter verschrieben als bwvnp), dem Vers,

von ma rm oder bortns nneis (a. a. O. 631). Was noch auffallender ist:Jmanuel Aboab läßt den Joseph, Verfasser der nun 'v, zur Zeit der Ver-treibung der Juden aus Spanien leben, also fast zwei Jahrhunderte später,als I. Gicatilla, Vers, des wn (biomoloxia p. 30l): Laiiö äs ^.ra^on. . . el Rab äosepb Obegnitilla kamosissimo Labaiista, bmo tresiibros nm^ exeellentes, gus Ilawö puertas äs Inx, pnsrta äs loseielos > eomento äs gnaärigÄ äs Isobaxgniel. Ebenso der Verfasser dernwwnv (>u 7): ab nwn llrmL VN (nbon v'n:n)

ixv'i 'o 1VN IV'N LNWV .nbw LN2V INI)

nv:iv vniri. Sollte dieser Joseph Gicatilla, Verfasser der portas Inois,nach Italien gewandert und mit jenem Dattilus identisch sein, von demPico Kabbalistisches vernommen hat? (^xolog'ia gegen Ende): onjns rsstsstsw babeo ^tn. Orauiouw, gni suis auribns auäivit Oatt.ilnin Reb-raeuw, psritnm bnjns soientiae (6abbalae). Rattiins kann wohl eineKorruptel für Oioatillns sein.