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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Paul Ricio.

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Christentum gründlich Nachweisen zu können. Allein er hatte dasUnglück, in seinen hebräischen Studien in schlechte Hände zu geraten.Seine Lehrer in der hebräischen Grammatik, Jakob Loans und ObadjaSforno, waren keine Meister darin. Als er gegen Pfefferkorns Ver-leumdungen des jüdischen Schrifttums dieses zu verherrlichen sich an-gelegen sein ließ, und sich auch nach einem jüdischen Dichterwerk umsah,um dartun zu können, daß die hebräische Sprache auch von den Musenbegünstigt wäre, fiel ihm gerade ein mittelmäßiges Gedicht in die Hände,die silberne Schale des Joseph Ezobi" (B. VII, S. 80), für das erso sehr schwärmte, daß er es ins Lateinische übersetzte?) Wie hätteer erst für die neuhebräische Poesie geschwärmt, wenn ihn: der Zufalldie süßen und gedankenreichen Verse der Dichter Gebirol oder JehudnHalevi zugeführt hätte! Ebenso erging es Reuchlin mit der Kabbala.Nachdem er lange nach einem Leitfaden gesucht, machte ihn das Un-gefähr mit der trübsten Quelle derselben bekannt, mit einigen sinnlosenSchriften des Kabbalisten Joseph Gicatilla aus Kastilien,welche der Täufling Paul Ricio jüngsthin ins Lateinische über-setzt hatte. Dieser Ricio, ein deutscher Jude, erst Professor in Pavia,dann Leibarzt des Kaisers Maximilian, brachte aus dein Judentumseinige nicht allzu bedeutende Kenntnisse des Hebräischen mit hinüberund verwertete sie unter den Christen. Viel Geist hatte er nicht; wenig-stens Verratei: ihn seine Schriften nicht. In der Talmudfrage hatteihm der Kaiser, der sich nachgerade selbst von dem Wert oder Unwertdes Talmuds, worüber so viel hin und her gestrittei: wurde, über-zeugen wollte, den Auftrag gegeben, ihn ins Lateinische zu übersetzen.-)Seii: ganzes Leben beschäftigte sich Ricio damit, ohne jedoch etwasVollständiges zu liefern, und dein Außenstehendei: auch nur einenahnenden Begriff davon zu gebe::. Er machte aus diesen: und jenemtalmudischen Traktat und aus diesen: und jenem rabbinischen BuchAuszüge und verfiel oft dabei auf sein Steckenpferd, Jesu Messianitätdaraus beweisen zu wollen?)

h Gedruckt zuerst Tübingen 1517 unter dem Titel: Kadi äossxd k^88o-xasus ksrpiniansnms, äuäasorum xosta äuloissiinus ex dsbraiea linKuain latinam traäuetus a. .7. Leuvdliuo. Der Titel des Gedichtes Kanxarxentea, oder asesptadulum für ^22 rnxp. Text und llbersetzuug, auch beiWolf, Lidliotdeea dsbraea IV. Ende.

2 ) kauii Kien opuseula varia in talmnäioas traäitionis karragänsin.In der Einl. heißt es: Nonusrat guonäam äivus iilaximilianus Oaesar, utivstu8ta illa st ol>8olsta Uo8soruin (guas Dalmnä angsllari lidnit) Volu-mina cks kedraiom Iatsbri8 in latinnm inutarsin elognium.

°) P. Ricios Übersetzungen sind: 1) äs 8sxesnti8 st trsäseim inosaieaslsKis manäatis; 2) karraKo sx talmuäieo; 3) L.SA)'iNn k. LI 08 I 8 in lidruinAi8naio8 xroosmium; 4) Oompsnäiuin 8ivs Nmedua in coäiesm Leuatoruin,äietnm 8audeärin. Ricio soll auch Auszüge aus Traktat keraedot gemacht haben.