Christliche Kabbalisten.
167
im Stile der Agada oder des Sohar, worin die Dogmen des Christen-tums in jüdische Gewandung gekleidet wurden. Unter anderen: wurdeder herrrliche jesaianische Schriftvers: „Heilig, heilig, heilig ist der HerrZebaot" von solchen Lügenschmieden in agadischer Manier auf dieDreifaltigkeit nmgedeutet: „Heilig der Vater, heilig der Sohn, heiligder heilige Geist"?) Mit Recht bemerkte ein christlicher Kenner desHebräischen und der Kabbala, daß damals sehr viele wunderliche Lehrenaus der Kabbala, wie aus den: trojanischen Pferde, in die Kirche ein-gedrungen seien. 2 )
Sobald Renchlin von der Fundgrube des sinnverwirrten JosephGicatilla erfuhr, hatte er keine Ruhe, bis er sie erhielt, und er machtesich darüber her, die Kabbala von neuem für die Dogmen des Christen-tums auszubeuten und seine Behauptung, die Kabbala sei gut christ-katholisch, zu belegen. Von seinen Freunden und Verehrern war eröfter angegangen worden, ihren Durst nach den aus schauerlichen Tiefenfließenden Gewässern zu stillen?) Mittels der Spielereien des Gica-tilla glaubte Reuchlin das Rätsel der Welt lösen zu können — einLächeln erregender Irrtum des sonst so besonnenen Mannes. Daßdie Kabbala nicht uralt, sondern nachweisbar jüngeren Ursprunges sei,
') Diese Nachricht gibt Abraham Farissol in seiinm Handschrift!. ssssu n-s(6oäex der Breslauer Seminarbibliothek, Nr. 59, Bl. 106 v.): nsn- 's 'spresSL'U ssns nnivb Nivss 'V^NSS' n 'bss pL-bv svnv s,sn bn'L" "-L-S 'S' b? snxsv'Sv Nss-s 'senv s>>'s ins, . . , sn'vss vv),' osbv ns 'L'N sv snxvs n:,' ,sns 'xvsv vp sssss i'n n",'.s, nns "vn snp'.s p'x vsv snsss, 'nvvw ll'sivn2 .sv v nnw s^u, . 2 .s^, snn L'ss, sssvs s"'s 2 's,ns bu'w'P21P ISSN, ") . . . ni>',s (?) MS ,2 n 1,2'p'^b'n Vs, 1WNSNS N-,SNSN2 'S 8ns>,>>"SIS svn NIL'SSVS, S2S N'2'NSSI ssns ISS 2S°!V ns 'SN iis ,S,WSS22 PUP ssn
2 P sn'v'v vvpv s'ss snsn 2 'vns, s"s.ss, rnsussss, ssbi.ss, 2 'sbns mvv-s sss. . 2!P',S>'S 2V2, INS' 2'2'2U nv!>s rnussvs 'vsn 2VS ,:ns, .PN/'S 2'S,2 2'P12S rin'isunp L>np unp S'N'S bp Iv'pv 'SPS' N'SSVS I^.s SSS.S rrs 'S SZ,S1 'Spvu s,ssNL-'SP USUS ^2" SP svm SS s'v 'p'p'p psvns snv ns , 2'SSVS IS S2N 2'VPL vNW'SP NN, SS NU'SP nsss. Diesen lächerlichen psendepigraph. Passus zitiert auchGalatinns (äs nreanis 8. II. Ans.) Hnoä ilsnin» gnogns aperts monstrs.-vlt, eum äixit . . . 'p'p'p - - - gnoä p,er 8. Linisonem loelnrl tilinm st per8. lonntlmn Il^islis liliuin super tsxtum Inruo aperts probatur. 8am8. guiäem 8imeon sie Iisbruies rrit: unps nn s, unp p s, irnp sn si unp, stlouatlmn, nunp nnn v"sp nss unp nsn wnp. Merkwürdig ist es, daß Farissolauf diese plumpe Interpolation halb und halb eiugcht und sie im Sinne desJudentums auf die Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob, abgeschmacktgenug, deutet.
2) Widmannstadt bei Perlcs, Beitrüge 186: 8x Ime luäaearum <Inb-bala intinita opiuiouum portenta, veluti ex egno Drajnno eünetu, iinpetumin Lüristi seelesium tseisss.
H Vergl. Briessaininlung II, Nr. 29.
"! Ein unleserliches Wort.