Verachtung der Dominikaner.
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Papst sei ein Weib, spielte daraus an, daß einst eine Päpstin aufPetri Stuhl gesessen, und deutet auch damit an, daß der Papst wieein Weib irren kann, also auch die Kirche, und das ist Ketzerei. Ver-teidigung: Pfefferkorn ist ein schlechter Grammatiker und versteht nichtlateinisch; er glaubt nämlich, das Wort Papa (Papst) sei weiblichenGeschlechts. Er schrieb in diesem Punkte wie die Gottesgelehrten,und diese brauchen sich nicht um die richtige Sprache zu kümmern;das ist nicht von ihrer Fakultät.*) Ein anderer Bericht: Pfefferkornreist in Glaubensgeschäften in ganz Deutschland herum, was ihm sehrunangenehm ist, weil er Frau und Kinder in Cöln zurücklassen muß,obwohl die Theologen in seiner Abwesenheit seiner Frau viel Guteserweisen und sie trösten. Auch kommen zuweilen die Mönche aus demKloster zu ihr und sagen ihr: „Wir bedauern euch, daß ihr so allein seid."Und sie antwortet: „Besuchet mich zuweilen, denn ich bin beinahe eineWitwe, und gebet nur euren Trost"?)
Ein Dominikaner schreibt an Ortuin, er habe noch nicht die Über-zeugung, ob Pfefferkorn im Glauben bleiben werde. Neulich sei einDekan der Andreaskirche, ein getaufter Jude (Viktor von Karben?)gestorben, und er habe vor seinem Tode an einein Beispiel gezeigt,daß ein Jude seine Natur nicht lassen könne; er habe geäußert, „aucher wolle als guter Jude sterben." Ein anderer Konvertit habe vorseinem Ableben einen Stein in einem Topfe ans Feuer setzen lassenund habe öfter gefragt, ob er noch nicht weich gekocht sei. Und alsihn: geantwortet wurde, eiu Stein könne nicht weich gekocht werden,habe er bemerkt: „So kann auch kein Jude ein guter Christ werden;sie taufen sich nur aus Gewinn oder Furcht, oder um ihre Glaubens-genossen zu verachten"?)
Die Dunkelmännerbriefe, sowohl die erste Reihe (wahrscheinlichvon Crotus Rubianus), als auch die zweite (von Ulrich von Hutten)taten ihre volle Wirkung. Die Dominikaner mochten sich noch so sehrauf Leugnen und Lügen verlegen, mochten Renchlin und seine An-hänger mit Kot bewerfen, mochten „trübselige Klagen der Dunkel-männer, nicht vom Papste verboten"^) schreiben, worin sie in schalerProsa und noch schlechterer Poesie Feuer und Schwefel auf ihre Gegnerherabschwuren, und ihnen „abgehauene Hände, ausgeschnitteneZungen und zugeschnürte Kehlen" anwünschten —, das verschlug allesnicht mehr; ihr Ansehen war dahin. Mit ihren erdichteten „Klagender Dunkelmänner" haben sie nur den ätzenden Spott ihrer Gegner
*) bhüsiolae »bsenrnr. virr. II. Nr. 28. Leck NbeoIoZi nun snraut,dramwatieam, ania non ssr äs sas. taonltats.
h Das. Nr. 37.
2) Das. Nr. 47.
*) 6amsMMionss obsonrr. virr. non probibitas ab seäs apobtolica, 1518.
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