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Geschichte der Juden.
als daß ihn Hutten — später — verächtlich mit dem Tegenrücken schlug.Beide Parteien steigerten die Aufregung noch mehr. Tie Domini-kanerpartei, von der päpstlichen Kurie halb und halb im Stich gelassenund in der öffentlichen Meinung gebrandmarkt, wollte ihre Sacheertrotzen. Tie Prediger in Deutschland, welche größtenteils aus demDominikanerorden hervorgegangen waren, bekamen die Parole, vonder Kanzel gegen Reuchlin und die Reuchlinisten zu donnern, undPrediger vom Schlage des Peter Mayer ließen es sich nicht umsonstgesagt sein. Andere, die weniger Mut hatten, stichelten wenigstensauf den und jenen der Reuchlinisten, deren es in jeder Stadt gab.Durch Schriften und Abbildungen beschmutzten die Dunkelmännerihre Gegner und spekulierten auf den Beifall der rohen Menge?)Gegen die Dunkelmünnerbriefe, welche sie und ihre Sache so sehr anden Pranger gestellt hatten, knirschten sie natürlich am meisten, undHütten sie gern aus der Welt geschafft. Sie machten daher die größtenAnstrengungen und ließen es sich schönes Geld kosten, um vom Papsteeine Verbotsbulle dagegen zu erwirken. Leo X. hat seine Klugheitnicht bewährt, als er sie erteilte (15. März 1517)?) und nochweniger in der Art und Weise, wie er das Verbot verschärfte, weildiese Briefe soviel Schmähungen und Verspottungen der Pro-fessoren der Theologie in Cöln und der Pariser Universität, undweil sie soviel Gift enthielten, darum solle jeder, der sie läse, mitdem höchsten Banne belegt sein; jedermann solle gehalten sein, sie denDominikanern auszuliefern oder zu verbrennen. Alle Prediger wurdenangewiesen, in der Landessprache darüber zu sprechen und die Bulledem Volke zu verkünden. — Nun, diese werden es nicht an Eifer habenfehlen lassen, schwerlich jedoch haben sie oder die Bulle irgend eineWirkring gehabt. Es war in kurzer Zeit ein neuer Geist über dieeuropäischen Menschen gekommen, der sich nicht mehr durch Bullenbannen ließ. Die Dunkelmünnerbriefe konnten umso weniger unter-drückt werden, als sich Domherren und Genossen anderer Orden daranergötzten und, voll Schadenfreude gegen die Dominikaner, sie nichtmissen mochten.
Die Humanisten und Reuchlinisten ließen es auch nicht an Eiferfehlen, die Entzweiung fortdauern zu lassen. Durch Briefe er-munterten sie einander, durch Veröffentlichung von Aktenstücken —wie das Votum des Bischofs Benignus gegen Hochstraten — und durchpolemische Flugblätter suchten sie die öffentliche Meinung immer inehr
h Vergl. Reuchlins Brief an den Kardinal Anconitani vom Novbr. 1518bei Friedländer, Beiträge, Nr. 82, und Huttens Brief au Nuenaar im Aprildess. Jahres in Huttens Werken.
Mitgeteilt in den liamsntationes ob8euroiuir> virorum p. 3.