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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

in den Mund gelegt wurden, und regten auch den ernstesten Mannzum Lachen an. Man erzählte sich, daß Erasmus, der beim Lesen dieserBriefe an einem Halsgeschwür gelitten, durch das krampfhafte Lachendavon befreit worden wäre. Die lustige Komödie der Einfältigen schartevollends die Lacher ans Reuchlins Seite, und die Dominikaner warenin der öffentlichen Meinung gerichtet, wie auch das Urteil des päpst-lichen Stuhles ausfallen mochte. Man riet hin und her, wer der Ver-fasser derselben sei. Einige meinten, Reuchlin selbst, andere Erasmus,Hutten oder der und jener aus dein Humanistenkreise. Hutten gabdie rechte Antwort auf die Frage nach dem Verfasser:Gott selbst wars."HEs zeigte sich in der Tat immer mehr, daß der so kleinlich begonneneStreit um Verbrennung des Talmud eine weltgeschichtliche Bedeutungangenommen hatte, in welcher der Einzelwille gewissermaßen unter-geht und für den Dienst des Allgemeinen getrieben wird. In Romerkannten tieferblickende Reuchlinisten darin das Werk der Vorsehung.

So rasch waren die Tunkelmännerbriese vergriffen, daß in kurzerZeit eine neue Auflage erscheinen mußte, welche einen neuen Anhangin demselben Genre enthält.^) Einer dieser neuen Briefe läßt Jakobvon Hochstraten klagen:Ich wollte, ich hätte die Sache gar nicht an-gefangen; alle lachen mich aus und necken mich. Man kennt hier (inRom) Reuchlin besser als in Deutschland. Viele Kardinäle, Bischöfe,Prälaten und päpstliche Hofleute lieben ihn. Wenn ich nicht angefangenhätte, säße ich noch in Cöln, äße und tränke gut, während ich hier zu-weilen nicht einmal trockenes Brot habe. Ich glaube auch, daß dieSachen in Deutschland während meiner Abwesenheit schlecht gehen.Alle schreiben nach Belieben Bücher über Theologie." In diesemärgerlichen und platten Tone ist der ganze Brief gehalten. Das gabneuen Stoff zum Lachen. Die Finsterlinge waren so dumm, daß sieanfangs glaubten, die Dunkelmännerbriefe wären zu ihren Gunstenverfaßt. Als sie aber an dem Hellen Lachen ihrer Gegner merkten,es sei auf ihre Verspottung abgesehen gewesen, wurden sie voll In-grimm, waren aber ohnmächtig gegenüber einer solchen Angriffsart,auf die sie nicht vorbereitet waren. Pfefferkorn und seine Einflüstererwollten die Wirkung abschwächen und erließen wieder eine Schriftin deutscher und lateinischer Sprache unter dem Titel:Verteidigunggegen die berüchtigten Tunkelmännerbriese"; aber sie gossen damiterst recht Ol ins Feuer und erhöhten nur noch mehr das Lachen derReuchlinisten.

Nur die deutschen Juden konnten sich dem Lachen nicht überlassen.Die Dominikaner hatten inzwischen auf einem anderen Wege daran

h lilsk 0sn8inet, eine glückliche Persiflage des damaligen Mönchslateins.

ch lihii-tolas ob-M. vier. I. .Ippenclix Nr. 7.