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Geschichte der Juden.
logen war das Beispiel maßgebend, daß Ludwig der Heilige auf Drängendes getauften Juden Nikolaus Dvniw) und im Aufträge des PapstesGregorius IX. drei Jahrhunderte vorher den Talmud hatte verbrennenlassen. Und in diesem Sinne fällte die Pariser theologische Fakultätden Spruch, daß Reuchlins Augenspiegel, der Ketzereien enthalteund mit allem Eifer die talmudischen Schriften verteidige, zum Feuerverurteilt und daß der Verfasser zum Widerruf gezwungen zu werdenverdiente (2. August 1514). Sie scheute sich nicht hinzuzufügeu, daßdie Verurteilung auf Drängen des französischen Königs geschehen sei.Ludwig xil. sagte zum Leibarzt Cope, welcher zugunsten Reuchlinsein gutes Wort einlegte, er judaisiere ebenfalls.?) An den Papst solldieser König besonders geschrieben haben, er solle es mit dein Augen-spiegel streng nehmend)
Groß war der Jubel der Dominikaner und namentlich der Cvlnerüber dieses Urteil. Sie glaubten dadurch gewouuenes Spiel zu habenund den Papst selbst zwingen zu können, sich demselben zu unterwerfen.Sie säumte,: nicht, diese mühsam durchgesetzte Errungenschaft durcheine neue Schmähschrift dem Publikum bekannt zu machen. UnterPfefferkorns Namen verfaßte ein Dominikaner, wie man sagte,Wigand Wirth, eine neue Schmutzschrift unter den: Titel„S turmglock e."^) „Sturm über und wider die treulosen Juden,Anfechter des Leichnams Christi und seiner Gliedmaßen; Sturm über
Uarrlnsieuss bei Friedländer a. a. O. Nr. 31, S. 118 ff. Diese Piece ist einesehr gelungene Satire auf die Dunkelmänner, ganz im Geiste der Lpwtolneobsenrorum virorum, wahrscheinlich auch von Crotus Rubianus. Das. I, Nr. 35,wird der Beichtvater Ludwigs XII. persifliert in dem Schreiben an drnllelmrwRneklnstrw, gui S8t 1I:soloAornm lüieologissiinm .... gnoä rex inOnlliu äili»lt vos ... uv soitis rsKen: <mm regwn optims inkormurs in«onlsssione. Auch Reuchlin hielt den Beichtvater Haguinet Petit für den-jenigen, welchen die Cölner bewogen hätten, den König gegen ihn einznnehmen.(Brief an Ellenbog vom 8. Oktober 1514, in Reuchlins Briefwechsel von 1875,S. 228, Nr. 184): Invoenverunt rsg-em Uraneias per eont'e88orsn: 8envsriu8 posnitsntiurum 8n::w, gnenäum Untren: äs oräins prusäien-toinm, nt mundet . . . lidrnn: menn: eonäemnet. Der Herausgeber diesesBriefwechsels bemerkt irrtümlich, daß dieser Petit sich zugunsten Reuchlinsausgesprochen hätte (das. S. 226, Note 3). Er hat die Konstruktion in Lefe'bresBrief au Reuchlin vom 30. August mißverstanden (bei Friedländer, Beiträge,S. 34): liest enim Iinbnsriv . . . exin:iv8 st Zwnvwsiincw patres, caneel-lnrium karisienssn:, ?osnitsnt:arn:n <4. üastalium . . . sidi tavente8Der Pönitentiar Castellins war ein Gönner Reuchlins, aber nicht der Pöni-tentiar oder richtiger Beichtvater Haqninct Petit.
>) Bergt. Bd. VII, S. 94 f.
?) Briefsammlung II.
?) Pfefferkorn, Mitleidig Klag, Bl. <4.
si Gedruckt 1514: vergl. Note 2.