Die Sturmglocke.
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einen alten Sünder Johann Reuchlin, Zuneiger der falschen Judenund des jüdischen Wesens. Ter Augenspiegel mit Recht und Urteil inCöln abgetan, vertilgt und am Feuer verbrannt, welche Verbrennungdurch die ehrwürdige und allerhöchste Universität von Paris bestätigtist." Dadurch war aber des Kaisers Befehl, der beiden Parteien Still-schweigen auferlegt hatte, gebrochen, und Pfefferkorn wurde dafür vondem kaiserlichen Fiskal zur Verantwortung gezogen, weil diese Schmäh-schrift unter seinem Namen erschienen war. Das war natürlich denKölner Dominikanern doppelt unangenehm, daß ihnen, die das Rechtzu haben glaubten, immer das große Wort zu führen, untersagt wurde,zu schmähen und daß Pfefferkorn für einen andern bestraft werdensollte. Wie es scheint, hat hierbei wieder des Kaisers SchwesterKunigunde ausgeholfen; sie übergab abermals Pfefferkorn einEmpfehlungsschreiben an den Kaiser?) Auf diese bigotte Fürstin
gestützt, wagten die Dominikaner sich noch mehr über des KaisersBefehl hinwegzusetzen. Sie veröffentlichten (Dez. 1514) sämtliche Akten-stücke zu ihren Gunsten, welche den „Augenspiegel" verurteilt hatten,die Urteile der vier Universitäten Löwen, Cöln, Erfurt und Mainz?)
Der Zufall aber spielte ihnen wieder einen Streich, der ihrenHelfershelfer Pfefferkorn in der öffentlicheil Meinung brandmarkte.Ein getaufter Jude, namens PfaffRapp, nach andern ebenfallsPfefferkorn genannt, war nur wenige Tage vor der Verdammungdes „Augenspiegels" in Paris, wahrscheinlich wegen Kirchendiebstahlsin Halle im Auftrag des Bischofs Albert von Magdeburg, zugleichKurfürsten von Mainz, zum Tode verurteilt und mit glühenden Zangenzerfleischt worden. Es scheint, daß Ulrich von Hutten dabei als Richterfungiert hatte. Dieser oder andere Reuchlinisten beeilten sich, diesenVorfall gegen die Dominikaner auszuspwlen und auf den ersten Urheberdieses ganzen Streites, auf Johann Pfefferkorn, eineil Schlagschattenzu werfen. Hutteil schilderte die Verbrechen dieses getauften Misse-täters voll Halle in lateinischen Verseil mit geflissentlicher Übertreibung.Bei dieser Gelegenheit zeigte er sich auch lieblos gegen die Juden,als wenn nur Judäa und nicht Germanien ein solches Scheusal Hervor-bringen könnte. Mail solle, warnte er, Juden gar nicht zur Taufezulassen; denn nur getrennt und geschieden voll ihnen könnten sich
*) Pfefferkorn, Oskeiisiu contra, tamosas K. 3: dtovnm slicli iilieliniir
tsiitonies „LtiiriiiK'I ock" . . . citatus tarnen al> Oaek-areae Naseetutistlscali (velnt Lapnioii ipss inalevol.8 suis clelati'onibim 8iilioriniverkit) . .Lo tempore, gno enper msmorato liliello injiists accn-ntns essein, pro-kectiis sinn coutiii no . . . aü impei atoreni cum literm proiiiotoriaiikiisüiivissas äs lilonziclisii, sorors ipeiiis. Dieser Punkt ist in den Mono-graphien gar nicht beiührt.
2) Leiitiinsiits. gnatiior niiivsrsitatiim, Note 2.
Krach, Geschichte der Juden. IX.
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