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Geschichte der Juden.
Reuchlin in die Hände arbeiteten. „Einer unterstützte den andern undsprach zum Genossen: sei mutig." „Alle, die wir zur Schar der Pallasgehören, sind dem Reuchlin nicht minder ergeben als Soldaten demKaiser, "i) Es war ein förmlicher Bund, dessen Glieder zur UnterstützungReuchlins nur neue Anhänger förmlich warben. Selbst in dem kleinenStädtchen Oels in Schlesien gab es eineil Humanisten, der sich mit Stolzeinen Reuchlinisten nannte und sich stets so zeichnete. So entstandenim der Christenheit infolge der giftigeil Feindseligkeit gegen Juden undTalmud zwei Parteien: R e n ch l i n i sie n und A r n o l d i st e n ,die einander bitter bekämpften. Es war ein Kampf des mittelalterlichenDunstes mit dem ausgehenden Tageslicht einer bessern Zeit.
Am kräftigsteil arbeitete für Reuchlin und gegen die Finsterlingedas damalige junge Deutschland; nächst H e r in a n n v o in Busche,C r o t u s R u b i a n u s (I o h a n n I ä g e r) und der feurige Ulri chvon Hutten, die kräftigste, männlichste Erscheinung in dieser Zeit.Ja, Hutteils Tatendrang erhielt erst durch diese leidenschaftliche Fehdezwischen Reuchlin und den Dominikanern ein rechtes Ziel. Bisherhatte er nur Fechterstreiche in die leere Luft geführt, seineil ritterlichenMut und seinen feurigen Genius an phantastischen Gegnern ausgelassen.Nun erst gingen dem sechsundzwanzigjährigen Jüngling die Augenauf, und er erblickte den wahren Feind, den mit seinem Ritterschwerteund seiner noch schärferen Geistesklinge auf Tod und Leben zu bekämpfeneine preiswürdige, ruhmreiche Lebensaufgabe wäre. Die Dominikaner,die Pfaffen, die Dunkelmänner zu vernichten, das Reich des Geistes,der freieil Wissenschaft aufznrichten, Deutschland von dem Alpdrückedes kirchlicheil Aberglaubens und der Barbarei zu erlösen, es ausseiner Niedrigkeit zu erhebeil und es zum Schiedsrichter Europas zumachen, wozu es vermöge seiner kräftigeil Söhne, des todesmutigenRitterstandes, berufen sei, das schien ihm ein Ziel, nach dem er zu ringenhabe. Sobald Hutteil dieses Bewußtsein klar wurde, arbeitete ermit dem Aufgebot seiner ganzeil Kraft rastlos darauf hin, und zu-nächst für Reuchlin, welcher als Fahne der humanistischeil Bestrebunggalt, um ihm zum Siege über seine Todfeinde zu verhelfen.
Aber auch reife Männer in Ansehen und Würden traten immermehr für Reuchlin auf, der Herzog Ulri ch von Württembergund sein ganzer Hof, Graf von H e l f e n st e i n in Augsburg,der Domherr Graf von Nuenaar, die Patrizier Welser,P i r k h e i in e r und Peutinger in Regensburg, Nürnbergund Augsburg mit ihrem Anhänge, viele Pröpste, Domherrn und Kapi-tularen, sogar Kardinale und hohe Geistliche in Italien und namentlichEgidio von Viterbo, General des Augustinerordens in Rom,
Reuchlins Bricfsammluiig II, Nr. II.