Wirkung des Augenspiegels.
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ihren Schmausereien verlachten sie das Christentum mit seinem Gott-menschen und die Kirche mit ihrem Statthalter und ihren Pfaffenals Erdichtung und Betrug. Aber vor uneingeweihten Ohren wagtensie auch nicht das geringste Wort des Tadels. Erasmus, der bedeutendsteHumanist seiner Zeit, aber schwankend wie ein Rohr, äußerte sich gegenPirkheimer, der Bösewicht (Pfefferkorn) könne gar nicht besiegt werden,weil er nur aus Verleumdung und Airschwärzung zusammengesetztsei und so urrd so viel Gesinnungsgenossen habe, die ihm neue Kräfteeinhauchten, wenn er ermatten sollte. Durch Schmähungen könne erdaher anr wenigsten überwunden werden. Gebildete kämpften nichtnur zur eigenen Unehre, sondern auch vergebens gegen ihn, da er siegendoder besiegt seinen Gegnern nur Schande bringet) Pirkheimer, nurauf das Äußerliche und Vergängliche, auf eitlen Ruhm Wert legend,nahm es Reuchlin übel, daß er durch seine Schrift der: Namen desHalbjuden Pfefferkorn, der aus den: Gedächtnisse der Menschen aus-gelöscht werden müßte, erst recht verewigt habe.?) Am widerlichstenerweist sich das Urteil des feingebildeten, aber verzärtelten DomherrnMutian. Er machte Reuchlin zum Vorwurf, daß er die Geheimnissedes Gelehrtenkreises der große Menge ausgeplaudert und dadurchdas Ansehen des Kaisers, des Reiches, des Papstes, der Kirche undnamentlich der geistlichen und gelehrten Kaste erschüttert habe. „Darumlaß uns, gelehrter Kapnion, unfern Glauben (oder Unglauben) undbegünstige die Juden nicht auf der einen Seite, um auf der andernSeite den Christen Schaden zuzufügen."^)
*) Von allen Biographen Renchlins zitiert.2) Renchlins Briefs. I, Nr. 87.
H Bei David Strauß, Hutten I. S. 209.