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Geschichte der Juden.
Haupt als Kouuuissarius des Erzbischofs von Mainz und verbot denBuchhändlern den Verkauf des „Augenspiegels"?) Aber fast dasganze Mainzer Kapitel, fast alle Kanoniker waren mehr humanistischals christlich gesinnt und als solche Verehrer Reuchlins. Sie und andereFreunde haben wohl auf den Erzbischof Uriel zu Reuchlins Gunsteneingewirkt, daß dieser das Verkaufsverbot, als gar nicht von ihm aus-gegangen, aufhob. Durch diesen Aufsehen erregenden Zwischenfallwurde der „Augenspiegel" nur noch mehr gesucht, gekauft und gelesen.Von allen Seiten, aus gelehrten und ungelehrten Kreisen, kamenGlückwünsche au Reuchliu und Äußerungen der Freude darüber,daß er den unverschämten Pfefferkorn und seine Hintermänner so derbund mutig abgefertigt habe.
Nur jene Parteigenossen Reuchlins, welche sich nach dein Musterder heidnischen Literatur einen künstlichen Olymp geschaffen, von dessenHöhe herab sie auf das sumpfige Treiben der Kirchlichen, auf dasChristentum nicht minder wie auf den Talmud, mit achselzuckeuderVerachtung herabblickten, jene mattherzigeu Überklugen, Erasmu svon Rotterdam, der Domherr Mutiau von Gotha,der reiche und gelehrte Patrizier Pirkheim er in Nürnberg, sietadelten selbstvergnügt Reuchlins Auftreten gegen den HalbjudenPfefferkorn und für den verachteten Talmud. Genußsüchtige Egoisten,schwelgten sie in der wiederaufgegaugeuen Bildung, mochten ihr aberkeinen Einfluß auf Umgestaltung der verderbten kirchlichen und gesell-schaftlichen Verhältnisse einräumen. In ihren Konventikeln und bei
U Reuchlin, Oetklwio contra valumuiators8 p. 57 a und Pfefferkorn,<lknA 6. Irr. Meiners und Maierhoff beziehen diese Machination P. Meyersals gegen Reuchlins „deutsche Erklärung" und nicht gegen den - Augenspiegelgerichtet. Das ist aber durchaus falsch, denn die „Erklärung" ist erst den22. Mürz 1512 gedruckt, und Reuchlins Brief an Kollin (Briefsaimnlung II.Nr. 20) vom V. Ickns lilart. — 13. März 1512 berichtet schon von Peter Meyerst'rrnx-xrr8, daß er Pf. hatte predigen lassen. Diese Predigt fand statt amMontage des Marienfestes — 7. September, und zwar nachdem schon PeterMeyers Machination gegen den Augenspiegel mißlungen war riet'. I. c.:klsbssns saeerckos . . . cke1snsioni8 ineas Volumina . . . msrvatoridu8vencksrs prvbibuit . . . 8kck i>In8tri88imns princep8 . . . nolnit, prolübereäskensionkiu, immo rslutavit eoutirniars prabibitionem . . . gua rs com-motN8 et ira punvtrm icksm 8acriüeuin8 proelamavit . . Usprieoinnm . .in 8kgnenti protk8to beut. virx. Aariak xraeäicars vslik. Beide Tatsache»,das Verbot der Rcnchlinschen Schrift und Pfefferkorns Predigt, fielen alsoSeptember 151!. Meiners und Maierhofs haben den Ausdruck äetensio andieser Stelle mißverstanden und sie auf die Erklärung bezogen, während nurder Augenspiegel darunter verstanden sein kann, der im Grunde eine Ver-teidigungsschrift war. Auch der Verf. der ckst'snmo contra kamo8g.8 (B. 3) be-richtet, P. Meyer habe den Augenspiegel verboten, hat aber die erlogene Wendung,als wenn der Erzbischof llriel den Verkauf desselben habe inhibieren lassen.