Christen zum Judentum belehrt.
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Pflegetochter ausgegeben. Bei seinen Bekehrungsversuchen derschönen Jüdin überkamen aber den Bekehrer weltliche Gedanken,die. sein Herz in Unruhe versetzten. Sobald ihn der Rabbiner in dieserStimmung gesehen, habe er ihm unter Tränen ein lange in der Brustverschlossenes Geheimnis verraten, daß der Mönch sein eigener Sohnsei, entsprossen aus einem jugendliche!: Vergehen mit dessen Mutter.Ms . Beweis habe er den: erstaunten Barfußprediger eiu Muttermalangegeben, das dieser am Leibe trage und habe hinzugefügt, nurdeswegen habe er dem Kloster Almosen gespendet, um mit ihn:, seinen:natürlichen Sohne, in Berührung zu kommen. Der Mönch glaubtes und will sein Gemüt infolge der seltsamen Offenbarung durch Be-kehrung seines angeblichen Vaters beschwichtigen. Dieser entgegneteihm aber: In der Schrift heißt es, der Sohn müsse Vater und Mutterehren und ihnen folgen, nicht aber umgekehrt. Durch die Aussichtauf die Hand der schönen Jüdin entschließt sich der Mönch endlich,da er von dem Rabbi und seiner Tochter nicht mehr lassen kann, Erfurtund den Schauplatz seiner Kapuzinaden gegen die Juden zu verlassen,die Kutte abzulegen, nach Rubischow ii: Polen zu entfliehen, dort das.Judentum anzunehmen und die Jüdin zu heiraten. Später soll derBarfüßer über seinen Abfall Reue empfunden Habei: und von den Judenunter Martern erschlagen worden sein. Die Nutzanwendung von diesen:Roman machte Pfefferkorn in: „Handspiegel": „So man sich mit denJuden einläßt, sie durch Überredung bekehre:: zu wollen, ziehen sie dieChristen in ihren Irrtum und ihre:: Aberglaubei: hinein."
Zuletzt greift der Verfasser des „Handspiegels" Reuchlii: ai: seineEhre. Er sagt zwar nicht mit dürren Worten, aber er deutet es hand-greiflich au, daß die Juden ihn: Geld gegeben, Pfefferkorn zu unter-drücken. Reuchlin, der vielleicht der Unbestechlichste seiner Zeit war,warfen seine habsüchtige:: Gegner vor, er habe sich den Juden verkauft!Pfefferkorn und seine Mitarbeiter hetzte:: auch den ganzen Franziskaner-orden gegen ihn, als habe er unehrerbietig von einem seiner Mitgliedergesprochen. Die Hauptangriffe waren aber dahin gerichtet, Reuchlinhabe das schwere Verbrechen begangen, den Inden eine gewisse Gleich-berechtigung einzuräumen und sie nicht als Ketzer gelten lassen zu wollen.Mit der Wahrheit nahmen es die Verfasser des „Handspiegels" nichtso genau; sie bürdeten ihn: geradezu Dinge auf, die er in seinen: Gut-achten gar nicht berührt hatte, z. B. daß er den Wucher der Juden inSchutz genominen Hütte.
Diese Schmähschrift, in vielen Exemplaren verbreitet, gegeneinen so hochgestellten und hochgeachteten Mann, den Vorsitzenden desschwäbischen Bundesgerichts, einen Gelehrten, der einer ganzen Universitätgleichkam, machte natürlich außerordentliches Aufsehen; es war seitErfindung der Buchdruckerkunst das erste geharnischte Pamphlet gegen