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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

nicht in Bausch und Bogen als ein gleichartiges Schrift-tum zu behandeln habe; vielmehr müsse inan darin (außer der Bibel)sechs voneinander verschiedene Klassen auseistanderhalten. Unter derKlasse: Poesie, FabelnMerlin", Satire, mag es allerdingsSchmähschriften gegen das Christentum geben, von denen jedoch ihn:nur zwei bekannt seien, nämlich Lipmanns gegenchristliche Schrift unddieGeburtsgeschichte Jeschu des Nazaräers", die aber nach der Ver-sicherung der Juden selbst unter ihnen zum Lesen verboten und ver-nichtet worden seien. Gegen solche Schmähschriften, wenn sich solchenoch fänden, sollte und müßte mit aller Strenge verfahren und sieohne weiteres verbrannt werden. Die Klasse der Auslegungsschristenoder Bibelkommentarien dagegen von R. Salomon (Raschi),Jbn-Esra, den Kimchiden, Moses G e r u n d e n s i sund Levi benGerso nweit entferntdemChristentum nachteiligzu sein, sei vielmehr für die christliche Theologie unentbehrlich. DasBeste, was die gelehrten Christen über die alttestamentliche Schrift-auslegung geschrieben, stamme von Juden, als Brunnen, woraus dierechte Wahrheit und das Verständnis der heiligen Schrift fließen.Wenn man aus den umfangreichen Schriften des besten christlichenAuslegers, des N i k o l a u s d e L Y r a, die Bestandteile ausscheidenwollte, die er vonRaschi entlehnthabe, so würde sich das, was er ausdemeigenen Kopfe hinzugesügt hat, in wenigen Blättern zusammenfassenlassen. Es sei auch eine Schande, daß viele Doktoren der christlichenTheologie wegen Unkenntnis des Hebräischen und Griechischen dieSchrift falsch auslegten. Einige christliche Theologen mögen zwar sagen:Wir wollen uns mit unseren Kommentarien behelfen, was brauchenwir die Juden!" Solchen könnte geantwortet werden:Wer sich be-helfen muß, der hat nicht viel übrig, wie wenn sich einer im Winter mitdünnen Beinkleidern behelfen wollte". Die Klasse der Predigt-,Gesang- und Gebetbücher und ähnlicher Schriften darf man den Judennach kaiserlichem und geistlichem Recht nicht entziehen, das ihre Syna-gogen, Zeremonien, Riten, Gewohnheiten, Sitten und Andacht unan-getastet wissen wolle. Die Klasse der hebräischen Schriften, welchePhilosophie, Naturwissenschaften und freie Künste enthalten, unter-schieden sich in nichts von solchen, welche etwa in griechischer, lateinischeroder deutscher Sprache geschrieben sind. Ist ihr Inhalt schädlich, dannmöge man sie beseitigen. Was nun den Talmud selbst betrifft, gegenden die Hauptanklnge gerichtet war, so gestand Reuchlin ein, nichts,gar nichts davon zu verstehen; aber auch andere gelehrte Christenverständen nicht mehr davon, es sei denn durch die Anklagen, welchedie Gegner desselben, Raimund Martin, Paulus vonBurgos, Also nso de Spina, Peter Schwarz und in

9 Mose b. Nachmcm