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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Reuchlins hebräische Studien.

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r a ndola, in Florenz kennen gelernt und von ihm erfuhren hatte,welche tiefe wunderbare Geheimnisse in den hebräischen Quellen derKabbala verborgen lügen. Reuchlin hatte seit der Zeit einen wahrenDurst nach der hebräischen Literatur; aber er konnte ihn nicht löschen..Nicht einmal eine gedruckte hebräische Bibel konnte er erlangen.»)Bei seiner Rückkehr nach Deutschland wendete sich Reuchlin, der damalsbereits Rat des Herzogs von Württemberg war, an den RabbinerJakob Margoles in Regensburg mit der Bitte, ihm einigenamhaft gemachte kabbalistische Schriften zu besorgen. Dieser ant-wortete ihm darauf, er könne ihm damit nicht dienen, weil solche inRegensburg nicht aufzutreiben seien, und riet ihm überhaupt unterhöflicher Form ab, sich mit der Kabbala einzulassen, weil sie dunkelund tief sei und mehr Schaden als Nutzen gewähret)

Erst im reisen Alter gelang es Reuchlin, tiefer in die Kenntnisder hebräischen Sprache eingeführt zu werden. Bei seinem Aufent-halte in Linz, am Hofe des greisen Kaisers Friedrich III., den er mitseinem Herrn, dem Herzog Eberhard, besuchte, lernte er denkaiserlichen Leibarzt und jüdischen Ritter Jakob Loans kennen,und dieser jüdische Gelehrte wurde sein Lehrer in der hebräischenSprache und Literatur. Jede Stunde, die Reuchlin den Geschäften beiHofe abgewinnen konnte, widmete er diesen: Studium und arbeitetesich so gründlich ein, daß er bald auf eigenen Füßen stehen konnte.Sein Sprachgenie kam ihn: zustatten, um die Schwierigkeiten zu über-winden. Auf Lvans' Anregung schenkte der greise Kaiser kurz vorseinem Tode dein lernbegierigen, sprachgewandten Mann, an dem erseine Freude hatte, eine kostbare hebräische Bibel, welche auf mehr als300 Dukaten geschützt wurde. Ein herzliches Verhältnis bestand seit-dem zwischen den: jüdischen Lehrer Loans und den: christlichen Jünger.Reuchlin nannte ihnseinen Freund"T) An dem kaiserlichen Hofehatte Reuchlin Gelegenheit, auch mit anderen gebildete,: Juden zuverkehren.^)

Seine mit so viel Eifer erworbenen hebräischen Kenntnisse suchteReuchlin alsbald zu verwerten. Er arbeitete ein Merkchen aus v o ndem wunderbaren Worte/) das eine begeisterte Lobrede

») Bergt. Strelers Brief an Reuchlin in spistotas otar. virr. I, Nr. -15.

2) Der Brief ist in sxistolas otar. virr. mitgeteilt, vgl. B. Vlll.g S. 417.Er ist nach Renchlins Rückkehr aus Rom, nach >499, geschrieben.

°) Schreiben des Buonomo Tergestino, kaiserlichen Sekretärs, an Reuchlinvom März 1492, epmtolas oll. virr. I. Nr. 9: laeobrm kaum Iwans an aäkuoViennas vivat, ig-norans s::m. Lrat tum paneis ante äiebns illie, ubi enmislignisti.

») Reuchlin im Augenspiegel bei v. der Hardt a. a. O. II p. 21 a.

Oapnion sivs äs vsrdo wiriüoo, verfaßt Tübingen 1494, wie aus demVorworte des Herausgebers hervorgeht.