Reuchlin.
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kaiserlichen Hofe, den Freien von Hutten, sofort Mitteilung vonseinem Schreiben an den Kaiser machte und ihm ans Herz legte, denJuden förderlich zu sein, damit ihr Gesuch beim Kaiser erhört werdenkönntet) Pfefferkorn ließ der Erzbischof nach Aschaffenburg kommen,um seine Parteinahme nicht zu verraten und gab ihm zu verstehen,daß sein von: Kaiser mitgebrachtes Mandat einen Formfehler ent-hielte, wodurch es unwirksam würde, da die Juden die Gültigkeit des-selben anfechten könnten.
Bei dieser Unterredung tauchte zum ersten Male der NameReuchlins auf, sei es, daß Pfefferkorn oder der Erzbischof ihn zuerstgenannt hatte. Es wurde nämlich dabei besprochen, den Kaiser anzu-gehen, Reuchlin (und auch Viktor von Karben) zu Richtern über dieSchriften der Juden zugleich mit Pfefferkorn zu ernennen.?) Dergeschäftige Täufling gürtete alsbald seine Lenden, um eine zweiteReise zum Kaiser anzutreteu. Ohne Zweifel hat er vorher seinenBeschützern, den Cölner Dominikanern, Kunde davon gegeben und sichvon ihnen neue Empfehlungsbriefe an den Kaiser einhändigen lassen.Mit ihrer Zustimmung sollte Pfefferkorn bei den: Kaiser den bestenKenner des Hebräischen unter den Christen als Mitrichter in dieserAngelegenheit in Vorschlag bringen. In allzukluger Berechnungbegingen diese Schlauen einen Mißgriff, der ihnen den bereits errun-genen Erfolg streitig machte. Pfefferkorn oder die Cölner Domini-kaner glaubten sich nämlich der Mithilfe eines Mannes versichern zumüssen, der vermöge seiner Gelehrsamkeit, seines Charakters undseiner geachteten Stellung die Maßregel wirksamer zu machen ver-sprach. Reuchlin, der Stolz Deutschlands, sollte ihr Bundes-genosse werden, um ihre etwaigen Gegner von vornherein zu ent-waffnen. Es soll auch im Plaue gelegen haben, diesen von den Finster-lingen scheel angesehenen Mann, welcher zu ihrem Verdrusse diehebräischen Sprachstudien wie das Griechische zuerst in Deutschlandund in Europa überhaupt unter den Christen augeregt hat, so oder sozu kompromittieren.o) Aber eben durch diese feinen Kniffe habenPfefferkorn und seine Führer nicht nur ihre Sache vollständig vereitelt,
h Die beiden Schreiben des Erzbischofs Uriel an den Kaiser nnd seinenMarschall, Freien v. Hutten, Aktenstücke a. a. O. S. 300.
2 ) Vergl. Note 2.
Reuchlin an Jaque Lefevre, Briefsammlung 2: 6nmMS oMinnrnmlittsrarum stnäio8i »muss uostrntss eontiteautur, 8S Krasoa st bsbraioains antors xrimario äiäioioss, non xotuit ackvsr8ariorum barbarorum msraanxsrbia asguo animo tsrrs tanta msas tamas prasoouia, psmasxs koriul-äantium, Mock amatioribu8 äoetrinia imbuta xosteritaa, xusrilia 8tuckia stsenile äisoixliuaa, Mas Ham ckin noatra eonsuetnckins vsr8autnr, oontomnat.Erasmus gegen Hochstratcn bei v. d. Hardt a. a. O. II, m 8.