70
Geschichte der Juden.
daß es nicht billig wäre, das Eigentumsrecht der Juden auf ihre Schriftenzu verletzen. Allein da die Christen sich dvch nicht scheuen, den Indenallerlei Gewalt anzutun, sie durch Steuern und Erpressungen allerArt zu bedrücken, und zwar nicht aus Bosheit oder Habsucht, sondernzugunsten der Juden, damit sie von ihrem Unglauben ließen, so seidagegen die Konfiszierung ihrer talmudischen Schriften eine unschuldigeSache. Darauf ganz allein hatte es diese unter Pfefferkorns Namenerschienene Schrift abgesehen. Es war damals ein weit verbreitetesUrteil in Deutschland, daß die Cölner Nnchteulen mit Pfefferkorndabei ein Geschäft machen wollten. Wenn sie auf die Fürsten unddie öffentliche Meinung einwirken könnten, die Talmudexemplare mitBeschlag zu belegen — worüber dann die Dominikaner als gesetzlicheJnquisitionsrichter die Verfügung Hütten — so würden die deutschenJuden, die den Talmud nicht missen konnten, mit vollen Händenkommen, nur die Konfiszierung rückgängig zu machen. H Darumtraten sie wieder unter Pfefferkorns Schild im nächsten Jahre mitdein gehässigen Inhalt einer Schrift „die I u d e n b e i ch t e"( 1508 ) 2 ) auf, worin zuerst die religiösen Bräuche der Juden lächerlichgemacht werden, wie sie den Hähnen undHuhnern und Fischen beichtenund dann ihre Beichtväter verzehrten. Dann aber werden dieChristen vor dem Umgang mit ihnen, „als noch gefährlicheren Wesen,denn der Teufel selbst" gewarnt. Die Juden werden als Bluthundebezeichnet, welche sich von dem Schweiße und dem Blute der Christennährten. Es sei daher die Pflicht der Fürsten, sie zu verjagen; sindsie doch aus vielen Ländern, Frankreich, Spanien, Dänemark und
vos: gugrs tum Zag.vis st multa. per vim psrsecutio iulertur?
Hotorium sst, guocl umZuis vectiZalibus, eensibus, tsionsis pscuum protuitious st securitats ouerautur, quasi servum pscus ... et tätsos istoslibros, quibus ssäucuutur st äetiusutur g vsritats, ankerte ab eis, inquibus blaspbsmautur sto.
U Sehr drastisch schildert dieses Motiv ein Brief der epistolas obsenrormnvirorum <11, Hr. 7): Ipse (kketkerboru) iustiZavit NbeoloZos Oolonias etipsi instiZavsruut sum, st volusrrmt libros luäaeorum per totam ^Is-mauiam oomlmrsrs. Ut boo ksceruut proptersa, quoä luäaei ciebsreutvsuirs aä NbeoloZos et praetatum ?I. cum maZua pecuuia, oeeults äicsus:„ksrmittatis inibi libros meos, eoee bio babstis quaäraZiuta aureos."Ut aliqui äsäisseut libsuter centum atqus miUe. — Auch Reuchlin deutetdieses Motiv au iu dem Briefe an Colliu (Upistolas clarorum virorum II, 1l):kt'siksrborn — couatus, ut siuZuli Uebraei libri . . . coucrsmarsutur, velpotius . . . ut ante exscutiousm, si mauäatum illuä auro et arZeutoZravi, ut ipsimst notavit, aliquauclo revocarstur,. particeps tisrst auri.Auch im Prolog zu Athanasius bemerkt Reuchlin i prokecto uescius illo tem-pore, quoä tbsoioZistarum cobors et miuistri aä spsm luturi sibilucri alitsr cousuluissent.
2) Vergl. Note 2.