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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Tie Juden in Polen.

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bei Krakau) oder sie hier und da aus Städten ganz answiesen.') Dochschon ihr nächster Nachfolger Sigismund I. (1506 bis 1548) warihnen günstig und schützte sie öfters gegen Verfolgungen und Aus-schließung. Diese dauernde Begünstigung empfanden sie indes nursolange, als der Bischof Tomizki und der Kanzler Szhdlowiezkiden Staat leiteten, welche einsichtsvoll den Wert der Juden für dasgeldarme Land zu schützen wußten und Unbill gegen sie abwehrten,besonders so lange die Königin Bona, zweite Frau Sigismunds,ihren verderblichen. Einfluß auf die Regierungsgeschäfte nicht geltendmachen konnte. Diese Königin aus dem Hause Sforza in Mailand,eine Nichte Ferdinands des Katholischen von Spanien, war zwar nichtähnlich ihrer Cousine, der Königin von Portugal, welche keinen Indensehen mochte und Schuld hatte an den Grausamkeiten des KönigsManoel gegen die portugiesischen Juden (Vlllg S. 377 f). Die KöniginBona hatte doch wenigstens eine Art Vorliebe für zwei jüdische Frauen,Mutter und Frau des Rabbiners MI' se Fis ch e l, und ihretwegenbefreite der König diesen und die beiden Frauen von der Judensteuer.^)Nichtsdestoweniger war ihre Einmischung in die Regierung verderblichfür die polnische Judenheit, zumal als die lutherische Reformationsie zur verfolgungssüchtigen Katholikin umgewandelt hatte. Diekräftigste Stütze hatten aber die polnischen Juden an dein polnischenAdel, der die deutschen Städte ans nationaler und politischer Anti-pathie haßte und daher die Juden zum eigenen Nutzen und als Werk-zeug gegen die anmaßenden Deutschen begünstigte. Und da die Ade-ligen zugleich die Palatine, Wohwoden und hohen Beamte waren,so blieben die beschränkenden Gesetze gegen die Juden zum Verdrußder Geistlichkeit und der deutschen Zünftler öfter toter Buchstabe.Polen blieb daher ein gesuchtes Ashl für die irgendwo verfolgten Juden.Wollte sich ein zum Christentum übergetretener Jude, oder auch eingeborener Christ frei zum Judentum bekennen, so konnte er es ebenso gut in Polen tun, wie in der Türkei. Günstiger noch als in Groß-und Kleinpolen waren die Juden in Litauen und den dazu gehörigenLandesteilen gestellt, die nur durch die Person des Königs mit Polenvereint waren.

Die Rabbiner waren für die Krone wichtige Mittelspersonen; siehatten die Befugnis, die Kopfsteuer von den Gemeinden einzuziehenund an die Staatskasse abzuliefern. Daher wurden die Rabbiner-großer Städte vom König gewählt oder bestätigt, galten als offizielleObrigkeit zur Verwaltung der Genreindeangelegenheiten und vertratensie bei der Krone. Sigismund I. ernannte gleich nach seinem Regie-

'> Bei Oriaeki und anderen Quellen.2) Bei Ziinz p. 17. Note.