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Geschichte der Juden.
Großhändler gab es in Polen 3200V jüdische, aber dreimal so vielHandwerker, darunter Gold- und Silberarbeiter, Schmiede und Weber.Die Heilkunde war von jüdischen Ärzten vertreten Zwar war denjüdischen Wissensdurstigen der Zutritt zu der von Kasimir dem Großenerrichteten Universität in Krakau verschlossen. Sie hatte unter seinenNachfolgern einen kirchlichen Charakter angenommen. Aber lern-begierige jüdische Jünglinge scheuten nicht die weite Reise nach Italien,nm an der freien Universität von Padua die Arzneiknnde zu erlernen.Das für die Juden so überaus günstige Statut Kasimirs IV. Jagiellvwar noch immer für sie in Kraft. Denn wiewohl derselbe es, gedrängtvon dem fanatischen Mönche Capistranv, aufgehoben hatte, so hat eres doch um des Nutzens willen, den die polnische Krone von den JudenZog, einige Jahre später wieder eingeführt. Sv wurden sie im allge-meinen als Bürger im Staate angesehen, brauchten keine schändendenAbzeichen zu tragen und durften gar Waffen führen. Nach dein Todedieses staatsklugen Königs erhoben zwar zwei Gegner ihre Waffengegen sie; einerseits die Geistlichkeit, welche in der günstigen Stellungder Juden im Pvlenreiche eine Schmälerung des Christentums erblickte,und' anderseits die deutsche Kaufmannschaft, welche seit langer Zeitin den Städten angesiedelt, ihr Zunft- und Zvpfwesen aus Deutschlandmitgebracht hatte und den jüdischen Handels- und Handwerkerstandaus Brotneid haßte. Beiden vereint gelang es die Nachfolger Kasimirs,seine Söhne Johann A l bert und Alexander (1492 bis 1505),derart gegen die Juden eiuzunehmen, daß sie deren Privilegien auf-hoben, sie in Judenquartiere cinschränkten (in die Vorstadt Kasimierz
oder Reußen gewichen sei». . ." (Das. Bl. 18): „Danach schickten (Ven Bar-siißermönch) die Juden mit dem Rabbi hinein in Reußen in eine Stadt heißtRubischow, da ward er beschnitten."
') Nach der Darstellung in einer Verteidigungsschrift der Juden vomJahre 1539, betitelt: ml qnaerelam insreatormn Oraeovieiwinw, responsmnllnäaeorniu cke mercatnra bei Thadens Czacki, Uvapracva o ^z'ckacb (Ab-handlung über die Inden) p. 81. Czacki ist Hauptquelle über die politischeStellung der Inden im sechzehnten Jahrhundert. Er hat aus handschriftliche»Quellen und selten gewordenen Druckwerken die Tatsachen znsammengestellt.Daraus haben Lubliner (llss .Iniks en Uologws 1839), Hollaenderski<I>es laraelites cks UoloAiis 18in) ihre Nachricht größtenteils geschöpft. Einigeinteressante Aktenstücke hat Perles anfgefnnden und abgedruckt in: Geschichteder Juden in Posen, Anhang.
Sekundäre Quellen sind hinzngekomnien: Kraushaar, Geschichte der Judenin Polen 1886; Berson, Anhang zur Biographie des Arztes Tobias Rophe:I. M. Znnz p-w.i Anhang zur Geschichte der Gemeinde von Krakau 1871,Hermann Stcrnberg, Geschichte der Juden in Pole» 1878.
2) Bei sCommendoni oben S. 57 bei Berson und Ziinz. Onaebi führtden Bericht des polnischen Gesandten in Rom an den König Alexander an, daßsechs polnische Inden die Universität von Padua besuche».