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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Quälerei der Juden von Regensburg.

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auch diese geringe Erleichterung. So wanderteu die meisten der aus-gewiesenen Nürnberger Juden nach Frankfurt a. M., und wurden dortunter leidlichen Bedingungen ausgenommen. Man erzählte sich, daßzwei Schöppen von Frankfurt sie geradezu eingeladeu hätten, sich inihrer Mitte niederzulassen, weil sich die Stadt bedeutende Vorteiledavon versprach. Dafür wurden diese Ratsherren von einem Geistlichennbgekanzelt, weil sie Unglücklichen ein Obdach gewährt hattenU) ,

Um dieselbe Zeit wurden auch die Juden anderer deutscher Städteausgewiesen, aus Ulm, Nördlingen, Kol mar undMagdebur g.U

Ter Regensburger Gemeinde, damals der ältesten inDeutschland, erging es noch schlimmer, und sie vernahm bereits dieWarnungsstimme, sich auf Verbannung gefaßt zu machen. Seitdemdie Bürger dieser Reichsstadt durch die Händel mit den Juden wegenfalscher Blutanklage von seiten des Kaisers Friedrich Demütigungenund Geldverlust erfahren hatten, war die ehemalige Verträglichkeitzwischen Juden und Christen daselbst geschwunden und hatte Ver-bitterung und Gehässigkeit Platz gemacht. Der Ingrimm gegen denKaiser, daß er den Juden Schutz gegen verläumderische Anklagen ge-währt, hatte den Leitern der Stadt den unglücklichen Gedanken ein-gegeben, sich der kaiserlichen Oberherrlichkeit zu entziehen und sichunter die unmittelbare Herrschaft des ländersüchtigen Herzogs Albertvon Bayern-München zu begebeu. Diese Lossagung vomKaiser hatte aber zu unangenehmen Verwicklungen geführt, der StadtRegensburg die Unabhängigkeit gekostet und ihr bedeutende Verlustesowie Verarmung eingebracht. Der Kaiser Maximilian hatte ihr gareinen Reichshauptmann aufgezwungen, welcher Rat und Bürgerschaftals seine Leibeigene behandelte und sie im Zaum hielt. Anstatt allediese aufeinanderfolgenden Unfälle ihrem eigenen Unverstände beizu-messen, beschuldigte die Bürgerschaft die Juden als Urheber ihres Ver-falls und ließ ihren Unmut an denselben aus. Die Pfaffen, verbittert,daß ihr Anschlag gegen die Juden mißlungen war, fanatisierten dieBolksmasse täglich mit bitterer Galle gegen sie und predigten geradezu,die Juden müßten ausgeschafft werden".U Infolgedessen wolltenihnen die Müller kein Mehl, die Bäcker kein Brot verkaufen <1499);die Geistlichkeit hatte die Handwerker mit Entziehung der Kommunionbedroht, falls sie den Juden Lebensmittel zukommen ließen. Auchder Rat sann engherzig darauf, Plackereien gegen sie zu dekretieren.A» manchen Tagen dursten die Juden auf dem Markte gar nicht, an

y Scliudt a. a. II. S. IKO,

h Pfefferkorn im Brandfpiegel D. b. Über die Vertreibung aus Magdeburg(eigentlich Judendorf) I4S3, f. Güdemanu, Gesch. d. I. in Magdeb. 1866.

H Gemeiner, Negensburgische Chronik IV. S. 27 f.

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