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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

um 1478, gest. 1554.1) Zu der Zeit, tu welcher neue gehäufte Leidenüber die jüdischen Gemeinden in Deutschland hereinbrachen, war erein Schutzgeist für sie und war imstande, lebensgefährdende Anschul-digungen gegen sie verstummen zu machen und Verfolgungen, wennnicht abzuwenden, so doch zu mildern.

Joselins Jugenderinnerungen waren erfüllt von märtyrerischenGrausamkeiten. Seine Familie, welche von den aus Frankreich imAnfang des XV. Jahrhunderts Vertriebenen ans Louhans (Loons)in der Franche-Comte stammte, hatte sich in der Nordschweiz in Endigenniedergelassen. Einige Jahre vor seiner Geburt wurden mehrere Judenkleiner Gemeinden beschuldigt, einige Christen ermordet, das Blutvon gemordeten Kindern gesammelt und nach Frankfurt, Pforzheimund anderen Orten versandt zu haben, wodurch drei Verwandte seinesVaters verbrannt wurden, sein Vater aber hatte sich durch die Fluchtgerettet. In Elsaß, wo seine Eltern sich darauf niedergelassen hatten,waren sie zwei Jahre vor seiner Geburt gezwungen, in einer FestungZuflucht zu suchen, als die wilden Schweizerbandeil im Dienste desHerzogs Rene von Lothringen gegen Karl den Kühnen von Burgundein fürchterliches Gemetzel unter den Juden von Elsaß und Lothringenangerichtet hatten, um sie zur Taufe zu zwingeil, wobei vierundsiebzigMänner, Frauen und Kinder, den Märtyrertod erlitten. In MühlhausenWar nur ein einziger Jude namens Bames geduldet; die übrigen abermußten im strengen Winter in Höhlen einen Schlupfwinkel suchen.?lls auch über achtzig dieser elenden Flüchtlinge der Märtyrertod ver-

i) Für die Tätigkeit und die Bedeutung Joselin Rosheims sind gegenwärtigreiche Quellen veröffentlicht worden, l) Sein Tagebuch in der BodleianaNr. 2206 aus der Sammlung David Oppenheims, welches von l471 bis 1541reichte, abgedruckt in Revue ä. M. f. XVI p. 85 ff. 2) Aktenstücke von ihmund über ihn, welche Mr. Scheid in den Archiven von Wetzlar, Kolmar undObernai gefunden hat. Die biographischen Data sind ohne chronologischeOrdnung zusammengetragcn von Isiäor Imeb, Revue II. 27l f. V. 93, fernervon Scheid das. XIII. 63 f. und Nachträge von I. Krakauer das. XV. 104 f.Seine Lebenszeit hat Mr. Scheid annähernd berechnet, da er um 1503 zumRegierer der Judenheit" ernannt worden ist und um 1553 von sich sagte, er habebei 50 Jahren dieses Amtes gewaltet. Er muß also 1503 in einem gesetztenAlter gestanden haben. Der Widerspruch, daß einerseits aus Joselins An-gaben hervorgeht, der Kaiser habe ihn 1503 zum Regierer ernannt, und eranderseits im Tagebuch bemerkt, er sei im Jahre 1510 ernannt worden, fürdas allgemeine Beste der Judenheit zu sorgen. (-iibn.u rpmxa mumm mwa-nar.n rre-iL nmü-.na pp 'ai.u), dieser Widerspruch ist Wohl

dahin auszugleichen, daß der Kaiser ihn um 1503 zumObersten Rabbi"ernannt die Gemeinden aber ihn erst um 1510, als neue Gefahren für siedrohten, anerkannt haben, ihr Verteidiger und Sachwalter zu sein. Dahernennt ihn Joseph Kohen Nordlingen in p>:m -i-m, ein Zeitgenosse, ir> .zar

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