Die beiden Loans.
45 >
aus Augsburg; iu ganz Schwaben gab es damals keine Indens) AuKanderen Gegenden wurden sie fast gleichzeitig mit denen aus derpyrenäischen Halbinsel vertrieben. Der Kaiser Friedrich III. nahmsich zwar bis in seine letzte Stunde der von aller Welt Geächtetenan. Er hatte einen jüdischen Leibarzt — gewiß eine Seltenheit inDeutschland — den gelehrten Jakob ben Jechiel Loans, demer viele Gunst zugewendet und den er zum Ritter ernannt hat.2) Dieserpflegte den greisen Kaiser in seiner Hofhaltung zu Linz bis zur Sterbe-stunde. Auf seinen: Totenbette soll Friedrich seinem Sohne die Judenwarm empfohlen haben, sie zu beschützen und den verleumderischenAnklagen gegen sie, deren Grundlosigkeit er sattsam erfahren hatte^lein Ohr zu leihen.») Ihm imponierte gewaltig der Fortbestand derJudenheit unter den tausendfachen Verfolgungen seit der Herrschaftdes Christentums, und daß diese wunderbare Erhaltung in MosesGesetzbuch vorausverkündet worden sei: „Und se bst (u — upb) imLande ihrer Feinde verwerfe ich sie nicht, werde vielmehr des Bündnissesmit den Vorfahren eingedenk sein." Kaiser Friedrich Pflegte davonscherzweise zu sagen: „Die Juden haben einen Affen (u — apb) inihrer Schrift, den sollten sie billig mit goldenen Buchstaben schreiben.^)Wie es scheint, stand Jakob Loans auch beim Kaiser Max im ilianin Gunst, den: es zugefallen war, Deutschland in den allerschwierigstenLagen zu regieren. Diese Gunst hat der Kaiser ans dessen Verwandtenübertragen.
Dieser Verwandte, war eine außerordentliche Erscheinung, einetatkräftige^ Persönlichkeit, wie sie die deutsche Judenheit bis dahinnoch nicht besessen hat. Es war Joseph Loa ns oder, wie er öftergenannt wurde I 0 s e l i:: (Josselmann) von R 0 sheim (gelw
U Renchlin, äs aveentidus m'aslatio aä I. III: ljnigps euiu lusrint.(.Inciaei) props loto vitas insas temgors a. men patria exaeti et extorres,.use iu ullo äuei8 Lnsvornm terrikorio lmditurs auäeaut.
») Renchlin, Iluäiiueuta liußuas beim. >). 3: Mn» rsperi ea iu IsZutiaus(aä Ui'iäei'icmu :uii>sratcu sin) luäueuiu ävetnn: siiuul atgns liteiatniu,»omius laeobuin .lebiei Uoaus imperiali innuiticeutia et claetorem meäi-einas st «galten: anratnin. Jakob Loans lebte noch Oktober 1500- wieaus Reuchlins Schreiben au denselben hcrvorgcht, datiert vom Xislsrv 5261 —Okt. 1500 in epistolas Llarornin Virorniu I Nr. 101. Er kann also noch1503 gelebt haben.
») Joseph Kohen, Un:sk Inr-Laelu: 92.
h Lutliouins LlarKmillur, der ganze jüdische Glaub gegen Ende. DieJuden haben mit diesem Schriftwort chn „wenn auch" Lcviticns 26, 14) undfalschem Trost den frommen christlichen Kaiser Friedrich . . . überredet, das;er gesagt hat, die Juden haben einen „affen" nsw. nämlich das bedeutungsvolleWort apli — all.