Abraham Farissol.
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die Länderkunde als ein geringfügiges Wissen verachteten. Er mußtezu seiner Zeit nach eingehend beweisen, daß auch das Buch der Bücher,die heilige Urkunde der Thora, Wert auf Raum und Ländergrenzenlege, und daß mithin ein solches Wissen nicht so ganz unwichtig sei.Aber daraus ergaben sich ihm Folgerungen, welche den Wahn des Mittel-'alters zerstörten. Für das Paradies, das die Gläubigkeit in den Hinnneversetzte und mit Phantastischem Schmuck ausstattete, suchte Farissoleinen Platz auf Erden. Damit deutete er einen neuen Gesichtspunktfür Auffassung der Bibel an; sie sei nicht durch Allegorien und meta-physische oder kabbalistische Überschwenglichkeiten zu erklären, sonderndurch tatsächliche Verhältnisse nach dem schlichten Wortsinne.
Farissol hatte Zutritt zum Hofe des Herzogs von Ferrara, Ercole(Hercules) d'Este I, eines der besten Fürsten Italiens, welcher mit denMedici in der Förderung der Wissenschaft wetteiferte. Der Herzogfand Vergnügen an dessen Gesprächen und lud ihn öfter ein, überreligiöse Fragen mit zwei gelehrten Mönchen, einem Dominikanerund einein Franziskaner, zu disputierend) Es schien, als sollten sichdie häufigen Religionsgespräche und geistigeil Turniere in Spanienauf italienischem Boden wiederholen. Farissol tat es mit philosophischerRuhe, mit nötiger Vorsicht und Schonung der Empfindlichkeit derGegner, wo er schwache Seiten berühren mußte. Er löste die Dogmendes Christentunis durch Vernuuftgründe und Bibelverse auf; Erbsünde,Menschwerdung, Dreieinigkeit, Hostienwandlung, Taufe, alles dasbehandelte er mit einem gesammelten Ernst, ohne den Mund zumLächeln zu verziehen. Es versteht sich von selbst, daß er die Schriftverse,welche für die Begründung der Jesuslehre oder des Katholizismusangeführt zu werden pflegten, ins rechte Licht setzte und ihre Beweis-kraft in nichts auflöste. Auch das Judentum gegen Angriffe zu ver-teidigen, wurde Farissol in Gegenwart des Herzogs Ercole öfter ver-anlaßt, und hier fiel seine Beweisführung keineswegs so schlagendund überzeugend aus; sie erscheint vielmehr öfter matt und nichts-sagend. Unter anderem wurde ihm auch der häßliche Fleck des Wuchersentgegengehalten, dem die reichen Juden in Italien ergeben waren,wodurch sie nach der Ansicht jener Zeit zugleich gegen die Menschlichkeitund die Bibel sündigten. Farissol rechtfertigte die Zinsnahme vonNichtjuden. Er führte an, daß in einein geordneten, auf Rechten undPflichten begründeten Staatswesen sich nicht mehr wie etwa im Natur-
h Farissols an^n und nnn ni^n ein apologetisches und polemischesWerk, die Resultate seiner Disputationen (noch Handschrift, verfaßt 1503 —1504), Anfang: 'vannn nnv nnm >nmi nnn's ri:in oF'pnm (iM'v) ''v imnninia c.-A am^n-LN 2'2:nn ap nunnin -oA rnn Lnnnrn ip' 2?^
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