40
Geschichte der Juden.
sondern von eingewanderten Deutschen. Juda M e n z^) übte bisin sein hohes Alter von mehr denn hundert Jahren eine Anziehungs-kraft für lernbegierige Jünglinge ans Italien, Deutschland und sogarder Türkei aus, als wenn sie aus seinen: Munde die alte Weisheitaus einer untergehenden Zeit vernehmen wollten. Ein Jünger desJuda Menz zu sein galt für eine besondere Ehre und Auszeichnung.Nach seinen: Tode stand seinem Lehrhause in Padua sein SohnAbraham M enz (1504 bis 1526) vor, dessen Autorität aber nichtungeteilt war. 2 ) Die eingeborenen Juden dagegen haben nach keinerSeite einen klangvollen Namen hinterlassen.
Ungleich den dentschen Juden, welche nicht einmal ihre Landes-sprache rein zu spreche:: Verstandei:, gab es in Italien nicht wenigeJuden, welche der lateinischen Sprache kundig waren?) Es war dieZeit der Renaissance, in welcher die Gelehrten auf einen elegantenlateinischen Stil Wert legten. Besonders haben jüdische Ärzte, welchean der Universität von Padua ihre Bildung erlangten, sich diese da-malige Weltsprache angeeignet. Die Gelehrtengeschichte nennt ausdieser Zeit Abrahan: de Balmes (geb. um 1450, gest. um 1503)aus Lecce, Leibarzt und Freund des Kardinals D 0 menic 0Grimani, welcher auch mit den: jüdischen Philosophen Elia Del-medigo befreundet war. Dieser Kardinal war ebenso in die jüdischeKabbala, wie in die Philosophie verliebt, und für ihn übersetzte d eBalmeS mehrere Schriften der arabischen Philosophie aus den:Hebräischen ins Lateinische. Für die jüdische Literatur hat er aberweiter nichts geliefert als die Ausarbeitung einer hebräischen Gram-matik, welche der reiche Drnckereibesitzer Daniel Bömberg insLateinische übersetzt und nach Balm es' Tode veröffentlicht hat(1523). Sein jüngerer Zeitgenosse C a l 0 K a l 0 n y m 0 s aus Neapel,Arzt in Venedig, hat noch weniger geliefert. Er hat nur einzelneSchriften des arabischen Philosophen Averroes ins Lateinische über-setzt und weniges zu Balmes' Grammatik hinzugefügt. — IndadeBlanis oder Laudadens in Perugia (gest. nach 1553)^) —
U Bergt, über ihn Bd. VIII., S. 429.
2 ) Ghirondi Bibliographen Ksrein Obeineä III, i>. 9t.
o) Sebastian Münster: In Oerinania. änäaei I,atins non äiseunt nt inItalin. Widmung zn seiner drainrnatiea Obaläaioa.
David de Pomis, a. a. O.: Uern§ia linuäaäsnin blanis (Olauis)vsrbis sxtollit, Uononia tum Lsrvaäsnni äs Lkornis, tun: liUiainUolanum omni seientia praeäitnin reeta rations perlanänt . . L.brainäs Ualmis . . rsvei snäUsimi 6aräina1is Orinmni Ubz'sious InASnti vir-tnts. De Balmes', des Ergänzcrs seiner Grammatik und Sfornos
Schriften sind in den bibliographischen Schriften verzeichnet. Des elfterenLebenszeit hat Perkes bestimmter eruiert. Er war in dem Jahre der Editionseiner Grammatik, 1523, bereits tot. In derselben bemerkt er, das; er in