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Geschichte der Juden.
indessen, welches später eine zahlreiche Judenschaft hatte, war in dieserZeit unbedeutend. Dagegen bestanden in Griechenland mehrere reichbevölkerte Gemeinden. In Arta oder Larta setzten sich nebendem Urstock der Romaniolen und Corfioten, auch kalabrische, apulische,spanische und portugiesische Ankömmlinge. Es scheint ihnen auch hiernicht schlecht ergangen zu sein; denn die jüdische Jugend beiderleiGeschlechts war noch zur Heiterkeit und zum Tanz aufgelegt gewesen,allerdings zum großen Verdruß der Strengfrommen. Als einmalbei einer solchen Lustbarkeit ein geschlechtlicher Unfug vorgekommenwar — allerdings eine große Seltenheit bei der Züchtigkeit der jüdischenMädchen und Frauen — untersagten das Rabbinatskollegium undder Gemeindevorstand von Arta das Tanzen überhaupt.^ Sie gingenspäter noch weiter und verboten den Verlobten, in das Haus ihrer Bräutezu gehen, weil hin und wieder einmal die Liebe der Hochzeitsfrist voraus-geeilt war. Dadurch entstanden Zwistigkeiten in den artensischenGemeinden zwischen den Apuliern, welche gegen diese Strenge pro-testierten, und den übrigen, welche sie aufrecht erhalten wollten. Z —JnPatras, Negro Ponte und Theben gab es nicht unbe-deutende Gemeinden, bei denen die Thebaner als sehr gelehrt, d. h.talmudkundig galten. 2 ) Die Gemeinde von Patras besaß einen sehrgelehrten Rabbiner, Da 0 idK 0 hen aus Korfus) dessen Autoritätsehr weit reichte, einerseits nach Italien und anderseits nach demOrient. Er war aber zu rechthaberisch und auffahrend in seinen Be-hauptungen und zu weitschweifig in seinen rabbinischen Auseinander-setzungen. Korfu wurde durch die Seekriege zwischen den Türkenund dem christlichen Europa hart mitgenommen, dadurch wurde dieserDavid öfter zum Auswandern genötigt. — Die Riten der Gemeindevon Korfu waren maßgebend für die übrigen griechischen Juden.Eine ansehnliche Gemeinde war in Canea auf der Insel Candin (Kreta),welche zu Venedig gehörte. Hier standen zwei berühmt gewordeneFamilien au der Spitze, die Delmedigo, Söhne und Verwandtedes Philosophen Elia Delmedigo (VIlIg, 244), und die Kap sali,Verwandte des ehemaligen Großrabbiners der Türkei. Hervorragendwaren Juda Delmedigo (Sohn des Lehrers von Pico di Mirandola)und Elia ben Elkana Kap sali, ein Neffe des genanntenGroßrabbiners, auch Neffe und Nachfolger des philosophisch gebildetenRabbiners Menahe m Delmedig v. Beide haben sich untereinem und demselben Rabbiner, IudaMenz in Padua, ausgebildetund waren nichtsdestoweniger einander abgeneigt. Da nun beide die
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2 ) Von David Korfn (Abbrev. i"ii) sind Responsen vorhanden, die seinSchwiegersohn David Vital ediert hat.