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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Die Gemeinde in Kvnslantinopsl.

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Jünger aus der Schule Salamancas, und sie wurden wegen ihrer Ge-wandtheit, ihrer höheru Bildung, ihrer Verschwiegenheit und Klugheitden christlichen, ja sogar den mohammedanischen Ärzten vorgezogen.Diese jüdischen Ärzte, meistens spanischer Abkunft, erlangten an dem Hofeder Großsultane und bei Wesiren und Paschas weitreichenden Einfluß?)

Sultan Selim I. hatte zuin Leibarzte den aus Spanien, wahr-scheinlich aus Granada eingewanderten Joseph Hamon?) unddessen Sohn und Enkel nahmen nach einander dieselbe Stellung ein.Sein Sohn MoseHamo n (geb. um 1490, gest. vor 1565)?) Leib-arzt des klugenSultansSuleiman, warnochviel angesehener und einfluß-reicher als der Vater, wegen seiner Geschicklichkeit und seines männ-lichen, festen Charakters. Er Pflegte den Sultan auf seinen Kriegszügenzu begleiten; aus Persien, wohin er Suleiman auf einem Siegeszugegefolgt war, brachte Mose Hamon einen gelehrten Mann, JakobTus oder Taws, mit (um 1535), der den Pentateuch ins Persischeübersetzt hat. Diese Übersetzung ließ Hamon später auf eigene Kostennebst einer chaldäischen und arabischen Übersetzung drucken.^) MoseHamon galt als Beschützer seiner Stammgenossen und Beförderer desJudentums.

.1 Auch als Sprachkundige und Dolmetscher wurden die Juden im^türkischen Reiche gebraucht und gesucht, da sie wegen ihrer Wanderungen.»durch so viele Völker und Zungen die Sprachen ihrer Peiniger lernen»mußten und dadurch eine besondere Fertigkeit erlangt hatten, in ZungenWu sprechen.

W Die Hauptstadt K o n st antinoPel hatte eine sehr zahlreiche^jüdische Gemeinde, welche täglich durch neue Flüchtlinge aus derlphrenäischen Halbinsel anwuchs, die größte in Europa wurde und"iwohl dreißigtausend Seelen zählte. Sie hatte vierundvierzig Shnagvgen

H Nikolaus de Nikolai das. lila. 12.

") Gedalja Jbn-Jachja, Lelialsebelet p. 56 b; Jmanuel Aboab, Homolo^is,Hx. 366. Joseph Hamon 1. war wohl jedenfalls verwandt mit Isaak Hamonaus Granada in 8ebebet leimcla Nr. 37.

1 Nikolaus de Nikolai sagt über ihn: Der türkische Kaiser hat zum Teil«Juden als Arzte mit großer Besoldung. Zu meiner Zeit (d. h. >5511554)Uwar der vornehmste Arzt Ammon, seines Alters etliche und fünfzig Jahre,Win großem Beruf und Ansehen nicht allein wegen seines Reichtums, sondernHauch wegen feiner Geschicklichkeit und Tapferkeit (a. a. O.). Zur Zeit als Mose. A Almosuino in Konstantinopel petitionierte (1565), war Mose Hamon bereits tot;Z denn er zählt dessen Sohn Joseph Hamon zu den Beförderern seines Gesuches.I Z Über M. Hamons Verhältnis zu pcntatenchischen Versionen ist manchesH Falsche geschrieben und nachgeschrieben worden; daher sei hier kurz das NichtigeH gegeben. Bekannt ist, daß 1546 in Konstantinopel auf Kosten Hamons derZ Pentateuch mit Onkelos, Saadias arabischer Version und einer persischenI Version von Jakob v'wu gedruckt wurde. Daß aber Hamon selbst die letzte! veranlaßt hat, ist nicht bekannt, weil die Bibliographen jene Edition nicht vor