26
Geschichte der Juden.
„Die große Türkei, ein weites und nusgedehntes Meer, welches unserHerr mit dem Stabe seiner Barmherzigkeit öffnete (wie beim Auszugeaus Ägypten), damit darin die Hochflut deines gegenwärtigen Miß-geschickes (Jakob), wie die Menge der Ägypter einst sich darin verliereund uutergehe. Dort hast du die Pforten der Freiheit und die Stellungauf gleich und gleich zur ungehemmten Befolgung des Judentumsstets offen; sie verschließen sich dir nie. Dort kannst du dein Innereserneuern, deinen Stand ändern, die Gebräuche abstreifen, verlassendie falschen und irrtümlichen Lehren, deine alte Wahrheit wieder indich aufnehmen, die dein göttlichen Willen zuwiderlaufendeu Ge-wohnheiten hinter dir lassen, die du durch die Gewalttat der Völker,unter denen du als Pilger gewandert, uachzuahmen gezwungen warst.In diesen: Reiche empfängst du hohe Gnade vom Herrn, da er dirdarin die ausgedehnte Freiheit gewährt, mit deiner späten Reue denAnfang zu machen"A)
Tie eingewanderten Juden hatten in der Türkei in der ersten Zeitaußerordentlich glückliche Tage, weil sie dem verhältnismäßig jungenStaate wie gerufen gekommen waren. Die Türken waren gute Krieger,aber schlechte Bürger. Den Griechen, Armeniern und Christen andererBekenntnisse konnten die Sultane bei ihrem oft gespannten Verhältnissezu den christlichen Staaten wenig trauen; sie galten ihnen als geboreneSpione und Verräter. Auf die Treue, Zuverlässigkeit und Brauch-barkeit der Juden dagegen konnten sie rechnen. Sic bildeten dahereinerseits die Geschäftsführer und anderseits den Bürgerstand in derTürkei. Nicht bloß der Handel in: großen und kleinen zu Wasser undzu Lande war in ihren Händen, sondern auch die Handwerke und Künste.Sie, namentlich die ans Spanien und Portugal geflohenen Marranen,verfertigten für die Kriegslust der Türken neue Rüstungen und Feuer-waffen, gossen Kanonen, fabrizierten Pulver und lehrten den Türkendie Kunst, damit umzugehen.?) Sv hatte die verfolgungssüchtigeChristenheit ihren Hauptfeinden, den Türken, gewissermaßen selbst.die Waffen geliefert, mit denen diese in den Stand gesetzt waren, ihrNiederlage auf Niederlage und Demütigung auf Demütigung zu be-reiten. Besonders beliebt waren jüdische Ärzte in der Türkei, geschickte
Samuel llsque, 6vnso!a<,'üo x. 233ab.
2) Nikolaus de Nikolai, Schiffahrt i>: der Türkei (vom Jahre 1554), ur-sprünglich französisch, IV o. 10: vergl. die Rede des veuetianischcu Bailc JacopvSoranzo im Nachtrag zu Joseph Koheus Lmek Iia-Laelia p. 148, auch kanlckovins dkovocomensis, cls IsAariuns ml 6lemsutem VII., iu Ltracrsrvslribistorias kutkenieae seriptores I, Uv. II, p. 10: 8e:l ante alia InüaeorumKeuus vsl memoria. MÜlem Iiorrsnt (Ilosoovitas), ueo eus intra üns8«ulmittunt, gni etiam novissims I'uroas asnea tormsnta doeusriiit.bkoviosims ist hier vor etwa >530.