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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Tie Juden in der Türkei.

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Talmudkundigen, dem die Führerschaft zugefallen wäre. Sie erhieltihre Bedeutung und ihren weitreichenden Einfluß erst durch die Ein-wanderung eines spanischen Flüchtlings, der ihrer Gemeinde Haltund Richtung gab. IosephSaragv s s i wurde für Safet ungefährdasselbe, was Obadja di Bertinoro für Jerusalem geworden war.Ans Spanien (Saragossa) vertrieben, war er über Sizilien, Beirutund Sidon, wo er sich längere Zeit aufgehalten, endlich nach Safetgekommen und hatte dort einen Ruhepunkt gefunden. Joseph Saragossiwar ebenfalls eine sanfte, herzgewinnende Persönlichkeit und betrachtetees als seine Lebensaufgabe, Friedfertigkeit zu predigen und die gestörteEintracht in den Familien und im Gemeindeleben wieder herzustellen.Selbst unter den Mohammedanern wirkte er in diesem Sinne ver-söhnend und beschwichtigend, und sie liebten und verehrten ihn des-wegen wie einen Friedensengel. Als er einst Safet wieder verlassenwollte, klammerte sich die Gemeinde förmlich an ihn und setzte ihm, uniihn zu behalten, einen Jahrgehalt von 50 Dukaten aus, wozu dermohammedanische Stadthauptmann zwei Drittel aus seiner Kassebeisteuertes) Joseph Saragossi verpflanzte das Talmudstudiumnach Safet, aber auch die Kabbala. Durch ihn wurde die bis dahinjungfräuliche Gemeinde ein kabbalistisches Nest.

Auch in der halbpalästinensischen Hauptstadt Syriens, in Da-maskus, bildete sich neben einer uralten mostarabischen Gemeindedurch den Zuwachs von Flüchtlingen eine sefardische, und sie zählte indieser Zeit fünfhundert jüdische Familien. Die Spanier bauten inkurzer Zeit nach ihrer Ankunft eine Prachtshnagoge in Damaskus,Khathaib genannt; bald vermehrten sie sich so sehr, daß sie sichin mehrere Gruppen nach der Landsmannschaft aus ihrer Heimatspalteten. 2 )

Tie Hanptströmung der jüdisch-spanischen Verbannten floß nachder europäischen Türkei^) der größte Teil der Überbleibsel von drei-hnnderttausend Geächteten fand in dem Lande ein Asyl, dessen Ein-wohner nicht die Liebe zu ihrem Aushängeschilde hatten. Die SultaneBajazet, Selim I. und Suleiman II. haben nacheinander die einge-wanderten Juden nicht bloß geduldet, sondern sie auch mit außergewöhn-licher Zuvorkommenheit ausgenommen und ihnen dieselbe Freiheiteingerüumt, welche andere Völkerschaften, Armenier und Griechen,dort genossen. Ter Dichter Salomo Usque schilderte mit Begeisterungdie freie Stellung, welche seine Glaubensgenossen dort einnahmen.

h Beide italienische Jtinerarien das. Jahrbuch, a. a. T. 275, 277,x. 161).

2) Jlinerarium r-iirii- 'nie 21 b, Hesxi>. Jakob Berab Nr. 33.

Salomo Melech, Verfasser des Bibelkvmmentars 'er ein Zeitgenosse,bemerkt in der Einleitung: 1152 .iib.i-.i 211 .i: m: irm 01:^2 ,rn.i niibiri.

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