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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

gemacht, auf religiösein Gebiete die äußerste Strenge walten zu lassenund dem Buchstaben knechtisch zu folgen. Ter Rabbiner David Jbn-Abi-Simra war ihr Wortführer.

Während seines Rabbinats schwebte eine schwere Gefahr überden Häuptern der Kairoaner Gemeinde. Ter vierte vizeköniglichePascha von Ägypten, A ch m e d Schaitnn (Satan), der mit dieserhohen Würde für seine Heldentaten bei der Eroberung von RhoduSbelohnt worden war, hegte einen Plan, Ägypten von der Türkei wiederloszureißen und sich zum selbständigen Herrscher desselben aufzuwerfen.Als ihm die ersten Schritte dazu gelungen waren, stellte er an denjüdischen Münzpächter A b r a h a n: de Ca st r v das Ansinnen,die Prägung der Münzen mit seinen: Namen zu versehen. Dieserging zum Schein daraus ein und ließ sich den Befehl dazu schriftlichvon Achmed ausstellen. Damit versehen, suchte er sich heimlich ausÄgypten zu entfernen und eilte nach Konstantinopel an den HofSuleimans II., um Anzeige von dem verräterischen Abfall des Paschaszu machen. Dadurch fand sich Achmed in der Ausführung seines Planesgehemmt. Seinen Zorn über de Castros Flucht ließ er daher an denInden aus, warf einige derselben, ihrscheinlich de Castros Verwandteund Freunde, in Kerker und gestcn.ete den Mamelucken, das Juden-quartier in .Kairo zu plündern. Auf die Bemerkung eines Ratgebersdaß das Vermögen der Juden von Rechts wegen ihm, dem Herrscher,überhaupt gebührte, tat Achmed Schaitan dem Plündern Einhalt,um seine eigene Kasse nicht geschmälert zu sehen. Er entbot daraufzwölf angesehene Juden in seinen Palast und legte ihnen das Herbei-schaffen einer unerschwinglichen Summe binnen kurzer Zeit ans mit derDrohung, wenn sie seiner Forderung nicht nachkämen, sie mit Weibund Kindern unbarmherzig umkvmmen zu lassen. Zur größern Sicherheithielt er die berufenen Vorsteher, wahrscheinlich die Rabbiner DavidJbn-Abi-Simra und andere alsGeiseln zurück. Das Flehen der Gemeindeum Nachsicht und Aufschub beantwortete der Wüterich mit noch schreck-licheren Drohworten. In dieser hoffnungslosen Lage wendeten sichdie Hauptstadtjuden in: inbrünstigen Gebet zu Gott. Der GreisSamuel Sidillv sammelte die unmündigen Kinder unterzwölf Jahren, welche ebenfalls den: Tode geweiht waren, zum Gebetin seiner Synagoge, und dieses jammervolle Flehen der Unschuldigeninachte einen so tiefen Eindruck auf die Gemüter, daß die Szene nnvergeßlich blieb. Inzwischen hatten die Sammler eine bedeutende Summe.rusammengebracht und boten sie vor der Hand als Abschlagszahlungan. Da sie aber kann: den: zehnten Teil der von Achmed Schaitangeforderte,: Summe entsprach, ließ sein Geheimschreiber auch dieSammler in Fesseln legen und bedrohte sie, sowie sämtliche Gemeinde-glieder, klein und groß, noch an demselben Tage mit den: sichern Tode,