Aufhebung der seleucidiseben Zeitrechnung. 1t)
ketten zwischen zwei Gemeindegrnppen den Moghrebin (Afrikanern)kund Mostarabern, schlichtete/) und daß er einen sehr alten Brauch auf-Aieben durfte/) der sich in allzu übertriebener Erhaltungssucht Vvn»Jahrhundert zu Jahrhundert wie ein abgestorbenes Glied hingeschleppt«chatte. Die babhlonischen Juden hatten vor mehr denn achtzehn Jahr--shunderten die s y r i s ch e oder s e l e u c i d i s ch e Z e i t r e ch n u n g(Llillsaii daivanim. Niiisan Sobelarot) zum Andenken an den Sieg dessyrischen Königs Seleukos über die anderen Feldherrn Alexandersdes Großen angenommen. Das syrische Reich und die Seleuciden..-waren längst untergegangen, Syrien war nacheinander eine Beute derMömer, der Byzantiner, der Mohammedaner, der Mongolen und der^Türken geworden; nichtsdestoweniger hatten die babylonischen undvon ihnen die ägyptischen Juden dieselbe Zeitrechnung beibehaltenund sich derselben nicht bloß für geschichtliche Erinnerungen und welt-liche Urkunden, sondern auch für religiöse Zwecke, Ausstellung vonssScheidebriefen und ähnlichen Urkunden, bedient. Während diepalästinensischen und europäischen Juden nacheinander eine andereZeitrechnung eingeführt hatten: seit der T e m p e l z e r st ö r u n gund seit Erschaffung der Welt (rl.sra, inuncki), hielten diebabylonischen und ägyptischen Juden an der seleucidischen Ära sofest, daß jede Scheidungsurkunde, die nicht nach derselben datiert war,als ungültig angesehen wurde.Z Diese veraltete Zeitrechnung hob-lJbn-Abi-Simra für Ägypten auf und führte dafür die bereits allgemeintangenommene seit der Erschaffung der Welt ein/) seine Neuerung fandkeinen Widerspruch. — Das Übergewicht der eingewanderten sefar-dischen Juden über die Mehrzahl der Urgemeinde (die Mostarabi)war so groß und fest, daß jene es wagen und durchsetzen konnten —gegen deren Widerspruch — einen alten, schönen, von Maimuni selbst.eingeführten Brauch aufzuheben. Die mostarabischen Juden warennämlich seit mehr denn drei Jahrhunderten gewöhnt, das Haupt-gebet in den Synagogen ohne Selbstbeteiligung, nur vom Vorbeterlaut vorgetragen, anzuhören. Dieser Brauch schien aber den Frommenvon der Phrenüischen Halbinsel, gegentalmudisch, wo nicht gar ketzerisch,und sie arbeiteten mit Eifer daran, ihn zu verdrängen, obwohl der vonallen verehrte Maimuni dessen Urheber war.°) Tie grausigen Leidenhatten die sefardischen Juden herbe gestimmt und sie nur allzu geneigt
si Joseph Sambari, Neubauer Vneodota Oxou. p. >58.
2 ) Bergt, seine Uesxp. I., Nr. 29.
°) Bergt. Traktat ^boda. Kurs x. 10 a, debamot, p. 91 b, Oittiu 80 a,;das Wort mil-wb umfaßt auch Scheidebriefe, gegen die Ansicht der Tosa-fisten daselbst.
Asulai s. v. niLi ui.
°) Reupp. David Jbn-Abi-Simra ed. Invorno Nr. 94; vgl. Bd. VI. S. 338.
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