Isaak Akrisch.
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sausgewiesen, und in Neapel trafen ihn die Leiden, welche sich gegen die'.Verbannten verschworen zu haben schienen. So hinkte er von Volk-^zu Volk, „deren Sprache er nicht verstand und die nicht Greise, nichtMinder verschonten", bis er in Ägypten, im Hause eines Verbannten,' der indes daselbst eine angesehene Stellung eingenommen hatte, fürzeinigeJahre einen Ruheplatz fand. Wer vermag den umherirrenden Ver-^bannten mit wunden Füßen und mit noch mehr wundem Herzen znfolgen, bis sie irgendwo Rast oder die Ruhe des Grabes gefunden haben!
Aber gerade diese Riesenhaftigkeit des Elendes, das sie erduldet,-hob das Bewußtsein der sefardischen Juden zn einer Hohe, welche»an Hochmut streifte. Wen Gottes Hand so wuchtig schwer, so nachhaltigD getroffen, wer so unsäglich viel gelitten, der müsse eine SonderstellungÄhaben, müsse ein besonders Auserwählter sein, dieser Gedanke oderZ dieses Gefühl lebte in der Brust aller Übriggebliebenen mehr oder, H minder klar. Sie betrachteten ihre Vertreibung aus der pyrenäischen»Halbinsel als ein drittes Exil und sich selbst als besondere Lieblinger Gottes, die er gerade wegen seiner größeren Liebe zu ihnen nur um'ch'v härter gezüchtigt habe. Wider Erwarten stellte sich bei ihnen einegehobene Stimmung ein, welche die erduldeten Leiden zwar nicht ver-A gessen machte, aber sie verklärte. Sobald sie sich nur von der WuchtH ihres tausendfachen Elends ein wenig frei fühlten und aufzuatmenH vermochten, schnellten sie wieder empor und trugen wie Fürsten ihreZ Häupter hoch. Alles hatten sie verloren, nur ihre spanische Grandezza,.H ihr vornehmes Wesen nicht. So gedemütigt sie auch waren, verliefH sie ihr Stolz nicht, und sie machten ihn überall geltend, wo ihr wandernderI Fuß einen Nuhepunkt fand. Sie hatten auch einigermaßen die Be-Ä rechtigung dazu. So sehr sie auch seit der Überhandnahme der wissens-^ feindlichen streng frommen Richtung im Judentum und seit der er-fahrenen Ausschließung ans den Gesellschaftskreisen in den höheren
konfisziert worden seii -m-bon nw-: rar -rpa Das
Edikt zum Verbrennen der Talinudexcmplarc erging im Herbst 1553: in VenedigD wurden sie konfisziert im Oktober desselben Jahres, also in Eandia etwas später.« Ende 1553 war also Akrisch ans seiner Wanderung von Ägypten nach Kon-L stantinopel in Candia. Er verließ also Ägypten in demselben Jahre und hatH daselbst geweilt um 1543—53. Auch die biographischen Data für I. A. SimraI lassen sich dadurch fixieren. Er hat zn gleicher Zeit mit Akrisch ÄgyptenD verlassen und lebte in Palästina noch '20 Jahre, also 1553—73. In ÄgyptenA war also Jbn-Abi-Simra bis dahin 40 Jahre im Rabbinatskollegium, d. h.U 1513—53. Er ist über 100 Jahre alt geworden (nach Asula'l). Folglich warWer vor 1473 geboren. — Wenn Akrisch nun in Einl. zn Rr. I angibt: ImW Jahre 1545, ungefähr vor 32 Jahren habe ein gewisser Angela Fabeln vonW dem Ansammcln nlthebräischer Stämme mit Fahnen und Fahnenzeichen ge-D schmiedet, und er sei damals 15 Jahre alt gewesen, so muß diese Zahl korrumpiertW sein, denn er kann unmöglich erst im Jahre 1530 geboren sein. Vgl. Note 6.