Note 25. Philo u»d seine Schriften.
803
Cohn S. 390s. Kurz, sämtliche im Armenischen erhaltenen größeren Stückesind unecht, mit Ausnahme dessen, welches äs Dso überschrieben ist (o. S.800, 3). Dieses scheint eine allegorische Auslegung von Sensals 18, 2 zu seinund könnte die Lücke zum Teil aussüllen, welche zwischen der Schrift ctsmntations nonaiuuin und der zweiten Schrit cis soinniis — die erste fehlt,nach Eusebius fehlen auch die vierte und fünfte — wahrgenommen wird sVgl.auch Schürer a. a. O. S. 510).
Anerkannt unecht ist die Schrift cts iusorruptidilitats mnucti, deren aus-cinandergerissene Glieder I. Bernays so geschickt wieder eingerenkt hat. Vgl.Berichte der Berliner Akademie 1863, S. 34 fg. sJn neuester Zeit sind dennocheinige Gelehrte für die Echtheit eingetreten, vgl. Schürer a. a. O. S. 539, auchCohn a. a. O. S. 389 hält sie für echt). Die Schrift cts rnnucto, die augen-scheinlich nur ein Abklatsch der erstgenannten Schrift ist, kann noch weniger aufEchtheit Anspruch machen.
Die zwei historischen Schriften in Illaeoum und IsAutio acl Oasmn sindzugleich echt und unecht. Eusebius führt die Schrift in Illaecmrn nicht auf,nennt nur die Schrift (bist, eoolss. II. 6, 3), zitiert aus
dieser einen Passus und gibt an einer andern Stelle (das. 18, 8) an,Philo habe diesen Titel aus Ironie über Caligulas Lasterhaftigkeit gewählt.Beide Schriften müssen wohl ursprünglich eine einzige ausgemacht haben. DieSchrift IsAutio in der jetzigen Gestalt wiederholt aber die Drangsale derJudäer Alexandriens mit denselben Worten, wie in der Schrift in Haeeura.Außerdem ist die Erzählung in der ersten Schrift von der beabsichtigtenTempelentweihung durchaus unhistorisch und unchronistisch gehalten. Vergl.darüber o. S. 766. Agrippas Benehmen bei der Kunde von der Tempel-entweihung ist charakterwidrig geschildert. Auch was die Schrift IsAutio überPilatus erzählt, ist unhistorisch. Ich halte daher diese Schrift für eine Um-arbeitung der Philonischen Schrift über die Vorgänge unter Cajus und zwarfür eine Umarbeitung von der Hand eines Christen. Bruno Brauer ist zudemselben Resultat gekommen, vielleicht selbständig (Philo, Strauß, Renanund das Urchristentum S. 149 fg.). Die Schrift tu Utaeoum, Teil einer-größeren Erzählung, erweist sich als echt, dagegen die IsAatio als durchwegunhistorisch und unecht sVgl. hierzu die Ausführungen Schürers a. a. O. S.525-530 und Cohn S. 421—424.).
Über die guaesrionss ist nicht viel zu sagen. Philo kann selbst in seinerJugend nicht solche kindische Fragen aufgeworfen und so närrische Lösungengegeben haben. Sie erweisen sich als unecht durch den Umstand, daß sie denLogos einen „zweiten Gott" nennen, und daß sie Philo in den Mund legen,als hätte er behauptet, Heraklit habe ein Plagiat an Mose begangen undSokrates sei von dem judäischen Gesetzgeber belehrt worden (o. S. 385, N.)sVgl. dagegen Schürer III. 3, 497—50t und Cohn 402—404.). Über die Un-echtheit der Homilien in Lampson und äs lona vergl. Freudenthal, Pseudo-Josephus S. I4l fg. sVgl. Schürer a. a. O. S. 539).
Eine echte Schrift Philos muß aber hervorgehoben werden, die bishernoch nicht kritisch gewürdigt ist. Eusebius Urasp. sv. (VIII, 5, p. 355 b bis7, x. 361 b) zitiert aus einer Schrift zwei Fragmente «7ro roö -rpolrou
(cbllwro?), MI- k/rch-(>a>/>ri- „ü-ro A krcx äl?" ^) k'vAn röv urrc^> Uov-
*) Die Dindorfsche Ausgabe hat vTroö-kr-xäv. sSo zitiert auch Cohn a.a. O. S. 418.). Ist die L.-A. handschriftlich garantiert oder nur die vonValesius vorgeschlagene Emendation?
51 *