Note 25. Philo und seine Schriften.
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Unzweifelhaft echt philonisch sind die exegetisch-philosophischenSchriften*). Er hat sie sämtlich in stetiger Reihenfolge ausgearbeitet undweist in spätern Stücken oft auf früher Gesagtes hin. Er teilte selbstdiese in zwei große Abhandlungen (ovxraL»?), nennt die elftere xoa^o-rort»und die andere »I xo^or (äs L.bralmmo Ans. ^1. II, 1). Die elftere enthältallegorisch-philosophische Auslegungen über die Genesis, fast Vers auf Vers bisGenesis 41. Von diesem Faden geleitet, war Mangey im Stande, nicht bloßeine andere Reihenfolge der Schriften als in den älteren Ausgaben zu sub-stituieren, sondern auch die neu aufgefundene Schrift äs postsritabs 6aini indie richtige Stelle einzureihen.
Die zweite Reihe der Schriften, welche sich mit den Gesetzen des Penta-teuchs beschäftigt, beginnt mit Abraham oder eigentlich mit den drei Patriarchenund Joseph, welche Philo als ungeschriebene, lebendig gewordene Gesetze oderArchetypen der Gesetze betrachtet und insofern in dieser Abteilung be-handelt (äs ^.dralnuno das. Ll. II, 2). Diese Abteilung enthielt ursprünglich vierSchriften, nach dem von ihm aufgestellten Schema: xvx ^-x ex >ü,iaoxal-a?, xöx,1' ex l/iüakw?, xöx ä' kx «ax^osco? (8vil. x^o-rox) und xöx .XO/XXXXXI-, Dem elfterenentspricht Abraham, dem zweiten Isaak, dem dritten Jakob und dem ^ol-rrxö?Joseph (äs äossyli. Ans. öl. II, 41). Die zwei Schriften über Isaak undJakob fehlen aber bis jetzt. Zu der Abteilung über die Gesetze gehören auchdrei Schriften über den Gesetzgeber oder Gesetzesinterpreten Mose. Darauffolgen die Bücher über den Dekalog im Allgemeinen und in großen Zügen,und äs sysoialibns legibus. Philo selbst gibt au, daß er dabei die Reihenfolgeder Schrift eingehalten habe (äs oirenmeisious Ans.). 7Ä Mex ,-öx^ xSx -x
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»xo-.ouS-av . . . An die Spitze der Abhandlungen über die IkASSspseialss stellte Philo die über die Beschneidung, weil diese, obwohl im Dekalognicht erwähnt, den Judäern seiner Zeit als Fundamentalgesetz galt. Die ganzeAbteilung über die Gesetze ist von Philo mit logischer Überlegung geordnet.Sie beginnt mit der Schrift äs monaroliia, über die Einheit Gottes, undschließt mit der Auslegung des Schlußkapitels zu dem Gesetze in Leviticus 26äs sxesi'at.iouidus, woran sich ganz zuletzt die Abhandlung äs uoöilitats an-reiht, in der anseinandergesetzt wird, worin der wahre Adel besteht. Auchdarin wird ganz zum Schlüsse auf das „Gesetz" hingewiesen.
Alle diese großen und kleinen Schriften innerhalb der zwei Klassen —von Philo als bezeichnet — sind allgemein an Leser gerichtet, keine
einzige einer bestimmten Persönlichkeit gewidmet. Die Schriften unter PhilosNamen, welche eine Widmung enthalten, sind demnach unecht. Also die Schriftgnoä omnis yrodus über, welche auf die äs nodilitats in den Ausgg. folgt;
*) Ich kann mich nicht der von Ewald und Z. Frankel aufgestellten undzuletzt von Freudsnthal mit Beweisstellen versehenen Ansicht anschließen, daßPhilos Diatriben ursprünglich oratorische Expektorationen, Homilien oderPredigten gewesen wären (Freudenthal, Pseudo-Josephus, 137 sg.). Denngerade da, wo der Text eine oratorische Wendung zeigt, z. B. -.^k röx xö^vx(äs Zowniis I, 16. öl. I, 634) gibt er sich als schriftliche Abhandlung zuerkennen (das. öl. I, 620): -x (/y»vß). Und so überall, wo eine ora-
torische Apostrophe vorkommt. Es' wäre befremdlich, wenn ein Schriftstellerersten Ranges seine Predigten mit Haut und Haar so niedergeschrieben habensollte, wie er sie gehalten hat. Der homiletische Stil stört doch nur diekünstlerisch ausgearbeitete schriftliche Darstellung.
Graetz, Geschichte der Juden. III.
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