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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Note 19. IV. Anan b. Anan.

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drei Monate scheinen in der Sage zu drei Tagen zusammengeschrumpftund die Absetzung in den Tod verwandelt worden zu sein. Der später er-folgte bejammernswerte Tod dieses Anan gab wiederum einer anderen SageVeranlassung zu der Schilderung vom Tode des sadducäischen Hohenpriesters.Anan wurde nämlich samt seinem Parteigenossen Josua b. Gamala nach demEindringen der mit den Zeloten verbündeten Jdumäer als Häupter derGegen-Revolutiou und als Römlinge ermordet, und seine Leiche wurde nacktin den Staub geworfen zum Fraß für die Hunde (Josephus j. K. IV, 5, 2):

Dieses Ende des sadducäischen Hohenpriesters steckt auch in dem Zuge sin derQuelle des babylonischen Talmuds), daß er in den Staub geworfen wurde(ner-nv -n>). Die Sage hat also manches von dem tragischen Tod dieseskecken sadducäischen Hohenpriesters Anan erhalten, nur hat sie sein Ende, daserst acht Jahre nach seiner Amtsentsetzung erfolgte, eben nach Sagenart zu-sammengedrängt und mit dunkler Erinnerung an die drei Monate seiner Funktionin drei Tage nmgewandelt.

Was die talmudischen Quellen von einem Hohenpriester erzählen, daß erbei der Funktion am Versöhnungstage und bei der roten Kuh die sadducäischeInterpretation keck betätigt habe, bezieht sich also ohne Zweifel s?s auf Anan,den jüngsten der fünf Söhne des älteren Ana». Seine dreimonatliche Hohe-priesterwürde fällt in das Interim zwischen dem Tode des Prokurators Festusund der Ankunft seines Nachfolgers Albinns. Und da er während der dreiMonate am Vcrsöhnnngstage fungiert hat, so fielen diese in den Herbst 61 dernachchr. Zeit (o. S. 73!t). Erst feit dieser Zeit, und wir dürfen jetzt hinzufügen,infolge von Anans sadducäischer Demonstration, wurde der Brauch cingeführt,dem Hohenpriester einen Eid abzunehmen, daß er an dem Ritus für den Ver-söhnungstag nichts ändern werde, wie es die Mischna berichtet. D. h. also erstzehn Jahre vor der Tempelzerstörung wurde die Vereidigung eingesührt,wie denn überhaupt die Traditionen in der Mischna über dis Eigenheiten beiden Funktionen im Tempel (in Joma, Sukka, Tamid und Middot) erst aus derletzten Zeit des Tempelbestandes stammen. Diesen Eid können also nur vierHohepriester geleistet haben, welche innerhalb dieser 10 Jahre fungiert haben:Josua b. Damnar, Josua b. Gamala (oder Gamaliel), Matthia b.Theophilus II. und allenfalls auch noch der vom Volke während der Revolutiongewählte Pinehas b. Samuel aus Aphta.

Noch ein anderes geschichtliches Faktum läßt sich aus diesem Resultategewinnen. Die Tossephta Parah führt R. Jochanan b. Sakkar in Unterredungmit diesem sadducäischen Hohenpriester ein und läßt den letzteren ein Drohwortgegen den ersteren aussprechen (') mene:)), weil dieser dessen sadducäischeDemonstration bei der Funktion mit der roten Kuh gehindert hat (o. S. 749).Die Chronologie stimmt damit recht gut; denn R. Jochanan b. Sakkar galtbereits vor der Tempelzerstörung als Autorität und hat manches, was nichtmehr zeitgemäß war, aufgehoben. Unter den pharisäischen Gesetzeslehrern(rr-xu rov? vch/llv? welche beim König Agrippa Beschwerde über Anan

wegen seiner sadducäischen Rücksichtslosigkeit geführt hatten (o. S. 750), kannman sich daher auch N. Jochanan denken. Er war damals der Hauptvertreterdes Pharisäertums. Seine Disputationen mit Sadducäern werden im Talmudöfter angesührt (Baba batra p. 1150, Menachot p. 65a, Jadajim IV, 6,Tossefta Jad. Ende; Megillat Taanit 1, 2; V Ende; VIII, 3) stets mit derEinleitung i"a pur ^ oder -mm Diese Disputationen scheinen im