Geschichte der Juden.
Wie gesagt, die Tossefta läßt sich diese Verwechselung oder irreführendeZusammenstellung nicht zu Schulden kommen. Alles das, was sie über„Simon den Gerechten" tradiert, kann sich daher nur auf Simon Kantherasbeziehen. Sie hat z. B. nicht, daß dieser Hohepriester 40 Jahre fungiert hat.Diese lange Funktionsdauer gehört also Simon Justus I. an*). Die Erzählung,daß ein Hoherpriester dieses Namens seinen Tod vorausverkündet habe, istgewiß eine Sage, gleichviel ob sie sich auf den einen oder den andern bezieht.Wichtig ist aber die Tradition, daß seit dem Tode des Hohenpriesters„Simon des Gerechten" die Priester aufgehört haben, das Tetragrammatonauszusprechen. Es gilt zu konstatieren, welcher der beiden darunter gemeintsein kann.
Die Tossefta knüpft an den Tod des Hohenpriesters Simon eben diesesFaktum (a. a. O.): ov: i>n:n lpt 2 » nrn am' npov ,n°m. Da diese Quelle
lediglich von Simon.justus II. tradiert wird, so gilt ihresTradition von diesemFaktum wohl nur diesem Hohenpriester. Auch die Notiz in bab. Joma 391>verknüpft es mit einem Simon schlechthin: imn i> 22 v . .N 2 , o-rn npov n?nnvo znan 2 -nn-n. Nur die Notiz in Menachot 109 b bringt es mit Simonjnstuü I., d. h. mit dem Stammvater des Erbauers des Oniastempels, inVerbindung: v. 2 v> na mm and N 2 » ini'v-: npva Lew ynano an.nan ,mnMN.N. Allein aus anderen Notizen geht hervor, daß das Aussprechen desGottesnamens Jhwh von den Priestern erst kurz vor der Tempelzer-störung eingestellt worden ist. Es heißt allerdings noch in der Mischna, daßbeim Priestersegen außerhalb des Tempels die Ahroniden das Tetragrammatondurch Adonai ersetzt, dagegen im Tempel stets den göttlichen Hauptnamenausgesprochen haben (Sota VII. 6): ovn rm -mm vnprw . . an,na naaai'naa nvaaai ,anaa, woraus man folgern könnte, daß dieser Brauch bis zuletztbestanden habe. Allein selbst der Hohepriester Pflegte in der Zeit, die derTempelzerstörung vor anging, selbst bei der Funktion am Versöhnnngstage dasTetragrammaton nur leise auszusprechen (Jerns. Joma p. 40 <I): nm nnvnn:"io: bi,aa inum nm z'-ain-in ianv 2 niaa ^aa (arm nn zna) ,N 2 M. Darauffolgt eine Erzählung aus der Zeit kurz vor dem Tempeluntergange: 'n armM 2'>22 ip'i>a 2 im? 2 vi an: zna waa >:>n mami nniva a-anan mn pa m"n noip p°>nvannan. Dieselbe Notiz kommt auch vor babli Kidduschin p. 7l n: 'a nun n>a.->p'7anv (^'N^2VI zna 'NN M'2NI za:as> nan MN INN ',n>i>>' nnn prnv
2 -man nnn na-pia as. Wenn demnach der Hohepriester bei der feierlichstenGelegenheit am Versöhnungstage das Tetragrammaton kaum vernehmbarausgesprochen hat, so werden sich doch wohl dessen die Priester nicht täglichbeim Priestersegen laut bedient haben. Es ist auch angegeben, daß manche
*) Für die längere Funktionsdauer Simons I. würde auch die Versionsprechen, daß er während seines Pontifikats zweimal Asche von der rotenKuh bereitst hat, was nur noch von dem fürstlichen Hohenpriester JohannesHyrkanos erzählt wirb, der in der Tat 3l Jahre fungiert und regiert hat(Para III, 5).
2) An dieser Stelle wird zwar diese Notiz nicht auf das Tetagrammaton,sondern auf eine» mystischen Namen von 12 Buchstaben bezogen: omv za avramm nnv?. Allein die Parallele in Jerusch, beweist, daß es sich nur auf dasTetragrammaton bezieht. In beiden Stellen wird von diesem Namen aus-gesagt, daß er verschwiegen werden soll. Jerujch. das.: «inv n-- -vo o-n im nn
mv n, : 27,-7 '2V ni :zn,2 esi-.n2 (ovn). Ebenso Kidduschin das.: p av
'2V N! 2M2N .-12V2 NIM 2-0 ZN'N'27N7 INM PN212 2N22N N,'N,.>i N-27N
.2M2 27-7