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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Note Ist. III. Simon Kantheras.

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zogen worden?) Die Tatsache ist richtig, nur die chronologische Angabe ist un-genau. Denn erst seit dem Tode Agrippas I. ist Judäa wieder als römischeProvinz behandelt worden. Die zweite Reihe der Prokuratoren hatte die poli-tische Gewalt über das Land und bildete die letzte Instanz für peinliche Strafen.Die 40 Jahre sind demnach aus 26 zu reduzieren; sie wollen also nur angeben:seit dem Tode des letzten Königs von Judäa (denn Agrippa II. war genaugenommen nicht König von Judäa), oder seit dem Verlust der letzten staat-lichen Selbständigkeit, oder seit dem Tode des frommen Hohenpriesters Simonhaben sich die Zustände in Judäa immer mehr verschlimmert.

Man kann noch das Gewebe der talmudischen Relation über die Vor-gängein den vierzig Jahren", oder, was dasselbe ist, seit dem Tode desHohenpriesters Simon des Gerechten Faden für Faden zerlegen. Es ist darinHistorisches und Sagenhaftes zusammengewcbt. Es ist durchaus historischrichtig und mit klarem Verständnisse erkannt, daß mit dem Tode des national-gesinnten Königs Agrippas I., des Zeitgenossen Simon Kantheras', die traurigeZeit begann, welche mit der Einäscherung Jerusalems und der Verblutung derNation endete. Der Übermut der in Palästina angesisdelten Griechen undHalbgriechen gegen die jndäischen Bewohner, das Bevormundungsstistcm, dieBrutalität und Raublust der Landpfleger Cumanus, Felix und besonders GessiusFlorus, die von den Zeloten unüberlegt unternommenen Aufstände, der wüstePatriotismus der Sicarier, die in ihrem Römerhasse Unschuldige und Schuldigeheimlich mit ihren Mordwaffen trafen und die Herzen mit Besorgnis und Furchterfüllten, die falschen Propheten und die falschen Messiasse, welche dis gedrückte-Lage des Volkes zu unbesonnenen Befreiungsversuchen benutzten und den Pro-kuratoreu Gelegenheit und Vorwand gaben, blutige Exzesse zu üben, diesesalles hat in den letzten Jahrzehnten von Agrippas Tode bis zum Ausbruchder Revolution, welche die unerträgliche Lage zur Notwendigkeit gemacht hatte,die Gemüter verdüstert. Die Ängstlichen erblickten in jedem ungewöhnlichenUmstande, der sonst unbeachtet geblieben wäre, innerhalb dieser Zeit ein un-günstiges Omen für die Zukunft. Dergleichen Portenta wurden vom Gedächt-nisse sestgehalten, übertrieben und mit Ausschmückung überliefert. Die tal-mudischen Quellen und Josephus zählen eine Reihe dergleichen Erscheinungenauf, die teils tatsächlich vorgekommcn sein mögen, teils der aufgeregten Phantasieihr Dasein vervankten.

Man führte sie zurück entweder auf die Zwischenzeit vom Tode Agrippas I.,d. h. von dem Verlust der letzten Selbständigkeit, bis auf den Tempeluntcr-gang, oder auf die von dem Tode des HohenpriestersSimon des Gerechten".Beide bezeichnen einen und denselben lerminns a guo. Der Irrtum liegt nurdarin, daß mau diese Zwischenzeit zu lang auf die runde Zahl 40 ausgedehnthat. Es ist also gewiß, daß unter diesemSimon dem Gerechten" kein an-derer Hoherpriester gemeint sein kann, als Simon Kantheras, der zur ZeitAgrippas 1. fungiert hat. Ta cs aber einen alleren Simon den Gerechten ge-geben hat, so haben zwei Versionen die Vorgänge unter dem einen und demanderen zusammengestellt, entweder weil sie beide für identisch gehalten wurden,oder weil sie bei der Erwähnung des einen auch das, was auf den anderenBezug hat, aneinander reihen wollten.

*) Isrnscli. Lanlieckrin k. 18 a und I. 24 d: "n rp .-re- n-xr-lnb Li'p.-.nrr: -ui ibuu n"^. Auch Habil 8adbat, löa und Parall. 17 ^

.-.runo .-5 rire", pii.-uo .-5 emiu -i'r.n nre', wozu die richtige Erklärung u'ue'