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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

das Jahr 4L (o. S. 361 f.). Also im Jahre 4L hat Claudius die Ernennungund Überwachung der Hohenpriester dem Landpfleger entzogen. Infolgedessenwird wohl Fadus wegen seiner Einmischung abberufen und Tiberius Alexanderernannt worden sein. Es ist daher zu vermuten, daß der erstere das Amt nur44 bis 4L inne gehabt hat. Die übrigen drei oder vier Jahre 4L bis 48 kämendemnach auf den letzteren.

Seine Abberufung und Ersetzung durch Veniidius Cumanus hing wahr-scheinlich mit Hofintriguen zusammen, die der Beleuchtung bedürfen. Tacituserzählt ganz bestimmt, daß mit Cumanus zugleich Felix zum Prokurator übereinen Teil des judäischen Gebietes eingesetzt worden sei (Xunal. l2, L4):

Xtgns interim d'elix . . . asinnlv (tsterrima Vsnäitio 6nmano,cni pars provinoias Iiadsdatnr, ita divi-ns, nt linie Oalilaeornmnativ, §sliei Lamaritae parsrent, <Ii 80 or(Is 8 olii», et tnm oontemptnre^entinm minim eoereitis oüii8. Die Vorgänge unter Cumanus heben sichin der Tat deutlicher ab, wenn man die Eifersüchtelei zweier Landpfleger gegeneinander als Hintergrund ansieht. Zunächst muh aber Tacitus' Angabe berichtigtwerden. Wenn die Provinz geteilt worden war, so kann nicht Cumanus

Galiläa und Felix Samaria zugewiesen worden sein, sondern umgekehrt. Ab-gesehen davon, daß der erstere sonst die Verwaltung über zwei räumlich voneinander entfernte und durch das seinem Nebenbuhler zugewiesene Verwaltungs-gebiet noch mehr getrennte Landesteile gehabt haben müßte, ich sage: auch ab-gesehen von dieser Unwahrscheinlichkeit, zeigte sich in der Fehde und dem Prozeßzwischen Samaritanern und Galiläern unter Cumanus, daß dieser für dieSamaritaner, Felix dagegen für die Galiläer Partei genommen hat.Josephus erzählt (jüd. Kr. II, 12, 4 bis L), Cumanus sei bei der Klage der

Judäer über den Mord einiger Galiläer durch Samaritaner untätig geblieben,

er habe dagegen, als er vernommen, daß an den Samaritanern Repressaliengeübt worden seien, sofort eine Cohorte aus Cäsaren gezogen, um den Samari-tanern zu Hilfe zu eilen. Ja, er bewaffnete die Samaritaner zum Kampfe(Altert. XX, 6, I): re Daraus geht mit Ent-

schiedenheit hervor, daß Samarm zu Cumanus' Verwaltungsgebiete gehört hat,Galiläa dagegen ihm gleichgültig war. Wir können schon jetzt den Grunderraten. Tacitus muß also die Landestcile der Provinz Judäa mit einanderverwechselt haben. Das Sachverhältnis erfordert vielmehr, daß wenn eineTeilung stattgefunden hat, die beiden Nachbarterritorien Judäa und Samariaverbunden geblieben und Cumanus zugeteilt, dagegen das im Norden gelegeneGaliläa Felix zur Verwaltung überlassen worden waren Auch Josephus scheintdie Geteiltheit des Landes unter Cumanus anzudeuten. Er berichtet, scheinbarüberflüssig, daß nach Cumanus' Sturz Felix zum Prokurator von Galiläa,Samaria und P eräa ernannt wurde (jüv. Kr. II, 12, 8) ....

rls? rk -I«- /'a-.l-.a-a? ür-.. Cumanus vor ihm muß also nicht

sämtliche Teils verwaltet haben. In der Tat, das, was Josephus von denVorgänge» unter Cumanus erzählt, wird erst durch den bitteren Haß der beidenLandpfleger gegen einandererklärt. Tacitus bemerkt nämlich weiter: demzufolge,!d. h. infolge der Feindschaft Cumanus' und Felix' gegen einander) kamenPlünderungen gegen einander vor, Loslassen von Raubgesindel, Ränke, zuweilenauch Kämpfe, und die Beute wurde den Proknratoren überbracht. Diese freutensich anfangs darüber, bald aber wurden, bei zunehmender Verderbnis, da dasrömische Militär sich einmischte, Soldaten getötet. In der Provinz wäre einKrieg entbrannt, wenn Ummidius Quadratus, Statthalter von Syrien,