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Geschichte der Juden.
talmudischen Quellen können recht gut den eigentlichen Namen desselben ver-gessen und den Namen des Vaters dafür substituiert haben*). Hätte dieserreiche Hohepriester Schiffe ausgerüstet — und zwar, wie sich denken läßt, zumWarentransport — so wäre auch erklärt, was Joscphus von Ananias erzählter sei gewandt in Erwerbung von Reichtümern gewesennoptar-xö?. Die talmudische Quelle würde uns die Mittel angeben, wodurchdieser Hohepriester so reich geworden ist. Es bleibt auch keine Wahl übrig.Wir brauchen durchaus einen Hohenpriester, der die Zahl 28 ergänzen undzwischen Anania (oder Jochanan) b. Nebedär und Jsmaöl, zwischen 48 bis 6«-),fungiert haben muß. Nun findet sich ein solcher, de» zwei verschiedene Quellenals außerordentlich reich schildern. Einen können wir nur unterbringen; folglichmüssen wir die Namen kombinieren. Man kann also mit historischer Wahr-scheinlichkeit annehmen, daß der Hohepriester, welcher die Zahl und die Lückeausfüllen helfen muß, Anania b. Eleasar geheißen hat. Diesen hat wohlAgrippa II. ein- und abgesetzt.
Es ist wohl überhaupt nicht anzunchmen, daß Agrippa den Sohn Nebedälsmehrere Jahre hindurch habe fungieren lassen. Josephus erzählt, daß zur Zeitder Hungersnot während der Anwesenheit der Königin Helena in Jerusalemein Hoherpriester Jsmaöl fungiert hat (w. u.). Wir kennen aber nur Hohe-priester Jsmaöl mit dem Beinamen b. Phiabi. Folglich hat um 46 bis 48 einHoherpriester dieses Namens fungiert. Wir müssen aber diese Zeit noch mehrlimitieren. Im fünften Jahre seiner Regierung hat Claudius nach Agrippas I.Tode (44) Herodes II. die Verfügung über die Pontificalia und das Einsetzungs-recht der Hohenpriester gewährt. Das wäre das Jahr 45. Herodes machtesogleich Gebrauch davon, setzte Elionaivs b. Kantheras ab und wählte Josephusb. Kamel (Kamit). Das wäre 45 bis 46. Dann setzte er diesen ab und ernannteAnania (oder Jochanan) b. Ncbedar, also 46 bis 47. Darauf starb Herodes I I.(48). Da nun aber während der Prokuratur des Tiber Alexander (46 bis 4 8)die Hungersnot in Jerusalem wütete, und während der Hungersnot ein Hoher-priestcr Namens Jsmaöl fungiert hat°), so folgt zwingend daraus, daßJsmaöl b. Phiabi im Jahre 48 zum Hohenpriester eingesetzt wurde, und zwar,wie sich denken läßt, von Agrippa II., welcher nach dem Tode seines Oheimsdas Ernennungsrecht erhalten hatte. Es war der erste Hohepriester, den erernannt hat. Selbstverständlich muß er den Vorgänger Anania b. Nebedaiabgesetzt haben; dieser hat also nicht 10 Jahre, sondern höchstens 2 Jahre
*) Der seltsame Name owio könnte ein Spitzname gewesen sein.Dergleichen kamen in der leidenschaftlich bewegten Zeit des zweite» Tempelsvor. Ich erinnere an p, ferner an und p, an p
und an gnrn ;a ;rnp. So kann Lwan verschrieben sein in Livre, (wie omrm ^LMLU und L'UL'8 — L'VLH) und bedeuten — Gold, also Sohn des
Goldes, Besitzer von Reichtümern sDie Annahme scheint schon darum ausge-schlossen zu sein, weil sonst in der einschlägigen Literatur stets nnt o
und nie ohne i oder ' in der ersten Silbe transksribiert wirdf.
2) b. Joma 0 a, wo von der großen Zahl der Hohenpriester die Rede ist— und diese gar auf 300 angegeben ist — werden dem Hohenpriester Eleasarb. Charsom 10 Jahre zugeteilt: morn p >ar v'LL'L' ra>p .... c.-iL
zweifelhaft/daß Josephus von derselben Hungersnot spricht, wie das. XX^ 5, 2,von der unter der Prokuratur des Tiberius Alexander während der Anwesen-heit der Königin Helena, d. h. unter Claudius.