Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
91
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Seele willen, die ihn begeistert und hält. Indessenbehaupten wir nicht, Madeline sei von der Zuver-sicht in ihre Liebe so durchdrungen gewesen, daß siedurchaus kein Zweifel, keine Besorgniß beschlichenhätte. Wenn ste der düster«, trüben Stimmung ge-dachte, die den Gelehrten so oft befiel seiner seltsamen,geheimnißvollen Selbstgespräche des Kummers derzuweilen, wie an jenem Sonntag Abend, als er an ih-rer Brust weinte, plötzlich und ohne sichtbaren Grundüber eine so leidenschaftlose, feste Natur zu kom-men schien: wenn fle all diese Zeichen eines nochjetzt nicht ruhig gewordenen Herzens sich zurück rief,so war es ihr nicht möglich, ein gewisses unbestimm-tes, grauenvolles Vorgefühl von sich zu weisen.Auch schrieb sie diese umwölkte, eigenthümliche Ge-müthsbeschaffenheit nicht, wie fle sich gegen Minorendie Miene gab, blos einem einsamen, an unbelauschtcsSinnen gewöhnten Leben zu, sondern leitete fle voneinem früher» Schmerz, der vielleicht mit den Nei-gungen seines Herzens in Verbindung stehen mochte,ab, und zweifelte nicht, daß sie dereinst noch diesesGeheimniß erfahren werde. Den Gedanken an eineSchuld, an Reue über eine begangene Sünde, würdeein so höchst tadelloses Leben, eine so ausgesprocheneNeigung zum Guten in allen praktischen Verhält-° niffen, und eine solche Begeisterung für die Schön-heit des Guten ein so gebildeter Geist, ein sosanftes Temperament und ein so leicht zu rührendesHerz: all Das würde, selbst bei mehr zum Ara-