brcchens angeklagt, sag ich. Welches Verbrechens fragstDu. Ach, ich selbst weiß eö kaum, so unbestimmt ist dieBeschuldigung — so wuthentbrannt der Ankläger. FasseDich, Madelinc, cs ist das Verbrechen des — Mordes!"
Madeline, deren Geist durch den hohen ernsten Ton,worin Aram ihr zugesprochen, sich erhoben hatte, ließ,obwohl eine leichcnhafte Blässe sie überlief —- obwohl derBoden rund um sie her schwamm, den Schrei nicht auf-kommen, der sich auf ihre Lippen drängte, als diese fürch-terlichen Worte ihre Seele durchbohrten.
„Du! — Ein Mord — Du! Und wer wagts Dichanzuklagen?"
„Sich ihn hier — Dein Vetter!"
Ellinor hörte cs, wandte sich, heftete die Augen ausWalters flüstere Stirn und regungslose Stellung, undstürzte bewußtlos zu Boden. Nicht so Madcline. Wie eseine Erschöpfung gibt, welche den Schlummer abwehrt,nicht dazu einlädt, so ist, wenn das Gemüth gänzlich aufder Folter liegt, der Augst ihr gewöhnliches Sänftigungs-mittel nicht gestattet. Zu scharf sind die Sinne angespannt,als daß sic zu einem glücklichen Vergessen des eigenenSelbsts zusammeubrechen könnten; die furchtbare Besee-lung durch eine solche Todesqual hält die Kräfte aufrecht,während sie dieselben untergräbt. Madeline schritt an demleblosen Körper der Schwester vorüber, ohne einen Blickauf denselben hinab fallen zu lassen, ging mit festem Trittauf Walter zu, und faßte ihn beim Arm. Auf ihn dassanfte klare Aug geheftet, das jetzt von einem forschenden,