Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
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Laß dein Geheimniß nicht aus deiner dunkel» Tiefe empor!Ein Siegel ist auf das Grab gelegt; fortan ruhe dasGespenst! Ja, ich muß meine Stirn glätten und meineLippen schweigen lehren und lächeln und sprechen wie an-dere Menschen. Ich Hab' einen Wächter in mein Hausausgenommen, einen zärtlichen, treuen, besorgten; aberimmer einen Wächter. Lebt wohl ihr unbewachten Stun-den! ihr scelenerlcichternden Worte du dunkle undgebrochene, aber doch so liebe Zwiesprach mit dem eigenenSelbst lebt wohl! Und komm du Schleier! Geschmei-dig, dicht und wechsellos umhülle mich, du ewiger Fluchvollendeter Verstellung, daß unter dir, wie unter der Nacht,die gequälte Welt meines Busens regungslos schlafe undwas nur Verheimlichung ist, Ruhe scheine!"

Er hatte diese Gedanken laut gesprochen, und blicktejetzt stumm hinaus aus das weitgedehnte Gelände unterihm. Ein dicker, fröstelnder, unerquicklicher Nebel lag ver-düsternd über der Erde. Kein Laub regte sich an den herbst-lichen Bäumen, aber mit traurigem Geriesel siel der feuchteDuft langsam anss bewegungslose Gras. Die Morgen-svnne war in ihrem Umriß sichtbar, aber kein Glanz strahltevon ihr aus; ein wäßriger, trüber Dunstring umgürteteihre schwermüthige Scheibe. Fern am Eingang in dasThal blickte das wilde Farnkraut rvth und welk herüber.Der erste Schritt des tödtlichen Winters war bereits ver-kündet durch jene wilde, schweigende Verödung, die Wiegeder Winde und Stürme. Aber mitten durch den unerfreu-lichen Schauplatz wogte der entfernte Ruf der heitern