Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
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Forschung, wenn er sagt: Das was das Herz rührt, seyder eigentliche Bestandtheil des Erhabenen. Aristides,der Maler, fertigte ein Gemäld'e, worauf ein Kind anseiner, auf den Tod verwundeten Mutter saugt, währendDiese in den letzten Zügen noch bemüht ist, den Säuglingvon dem Schaden abzuhalten, den er sich zuziehen könnte,falls er das mit der Milch vermischte Blut tränke. *) Wieviele Empfindungen, die uns dauernd weiser und bessergemacht haben könnten, haben wir mit diesem Gemäldeverloren.

Einen besonders rührenden und tiefen Anstrich ge-winnt die Liebe, wenn wir sie in einem abgelegenen, ein-samen Winkel der Welt finden; wenn sie nicht mit derLeichtfertigkeit des Tages und den kleinlichen Empfindun-gen vermischt ist, welche fast nothwendig zu den Bestand-theilen eines in Großstädten hingebrachten Lebens gehören:unwillkürlich müssen wir uns dann vorstellen, sie sey einetiefere umfassendere Erregung des Gemüths. Vielleicht,daß unsere Vorstellung nicht immer richtig ist.

Hätte einer aus jener Reihe der Engel, welchen dieKenntniß der Zukunft, oder der göttliche Blick in dieVerborgenheit des Menfchenhcrzens versagt ist, seineSchwingen über dem lieblichen Thal angehalten, das dieHanptscene für unsere Geschichte bildet, so hätte ihm keinSchauspiel geeigneter für diesen anmuthigen Ort, oder in